Monday, den 9. Juli 2007
und enthemmt von Denkverboten, via Heise:
Die Kanzlerin äußerte sich über ihren Sprecher auch erstmals zum Streit über die jüngsten Überlegungen ihres Innenministers zum Umgang mit potenziellen Terroristen und “Gefährdern” Demnach habe man im Bundeskanzleramt keinen Zweifel daran, dass Schäuble “kein leichtfertiger Mensch” sei, sondern vielmehr “seine Worte mit Bedacht wählt”. Angesichts einer “unbestreitbaren neuen terroristischen Bedrohung” dürfe es nach Meinung Merkels “weder Denkblockaden noch Denkverbote geben”.
Wenn man ernsthaft glaubt, dass einem das vernunftgemäße Denken verboten wurde, und man sich in einen schieren Wahn angeblich Terrorprophylaxe versteigt, dann merkt man am Ende nicht einmal mehr, dass man offenkundig selbst an einer gewaltigen Denkblockade leidet.
Und wozu übrigens die Freiheit, hemmungslos alles denken und in die Tat umsetzen zu dürfen, führt, haben wir in Deutschland schon einmal drastisch erleben müssen. Ich habe langsam das untrügliche Gefühl, dass bei manchen Protagonisten unserer politischen Landschaft inzwischen alle rechtsstaatlichen – um nicht zu sagen zivilisatorischen – Dämme gebrochen sind.
Wie FDP-Chef Guido Westerwelle zitiert wird:
Die Erschießung auf Verdacht sei kein Mittel eines Rechtsstaats, sondern ein Gedanke des Feindstrafrechts.
Da stimme ich ihm in vollem Umfang zu – nein, ich verschärfe noch: »Die Erschießung auf Verdacht« ist ein geradezu bodenloser Gedanke, der bestenfalls einem totalitären Willkürregime ›gut zu Gesicht‹ steht.
Es stinkt gewaltig zum Himmel im Lande!
Via kiesow.