Tuesday, den 14. November 2006
1. Buch fertig
So, gestern Nacht habe ich meinen ersten Roman von Kathy Reichs, »Déjà Dead«, fertig gelesen. Ich muss sagen, es hat einige Dutzend Seiten gedauert, bis ich ›drin‹ war in der Geschichte. Auch die Figur der forensischen Anthropologin Dr. Temperance Brennan wurde mir eher langsam sympathisch. Reichs gestaltet sie recht spröde und eigensinnig und gibt ihr so eine Menge Konfliktpotenzial mit auf den Weg, das ihr selbst und ihren Ermittler-Kollegen das Leben nicht immer leicht macht.
Aber im Laufe des Lesens gelang mir der Zugang tatsächlich nahezu unbemerkt und fließend und es entwickelte sich eine fesselnde Ermittlungs- und Verfolgungsgeschichte im Herzen Montreals. Wobei sich die Verfolgung kaum im Sinne von Action und Bewegung abspielt, sondern vielmehr in Dialogen, in gedanklicher Re-Konstruktion. Zug um Zug wird die Hauptfigur immer stärker persönlich in die Geschichte hineingezogen, was die Spannung gegen Ende enorm ansteigen lässt.
Wer ein Faible für Thriller dieser Sparte hat – im Umfeld forensischer Ermittlungen – und sich an bisweilen leicht grausigen Detailschilderungen nicht stört, dem kann ich das Buch empfehlen. Wie oben zu entnehmen, sollte sich der geneigte Leser eventuell etwas Zeit lassen, in die Geschichte hinein zu kommen.
Die Figur der Dr. Temperance ›Tempe‹ Brennan hat in diesem Roman ihren ersten Auftritt, inzwischen ließ die Autorin weitere acht Romane um die forensische Anthropologin folgen.
- Déjà Dead
- Kathy Reichs, 1997 (Pocket Star Books, Simon & Schuster Inc., New York)
- ISBN 0-671-01136-7
Der Roman ist unter dem Titel »Tote lügen nicht« ins Deutsche übersetzt ebenfalls 1997 erschienen.
2. Serie freigegeben
Zum Glück hatte ich besagtes Buch schon im persönlichen Neuheiten-Regal stehen und zum baldigen Lesen vorgemerkt, als die auf Ideen von Kathy Reichs und ihrer oben besprochenen Figur beruhende TV-Serie »Bones« auf RTL startete.
So konnte ich die bisher ausgestrahlten sieben Folgen vermeiden und stattdessen ›auf Vorrat‹ aufnehmen, um mir nicht meine eigene Phantasie von TV-Bildern quasi vor-prägen zu lassen. Jetzt, nachdem ich die erste Leseerfahrung habe und damit ein eigenes Bild der Figur, kann mich die filmische Umsetzung beim Lesen weiterer Romane nicht mehr sonderlich beeinflussen.
Wie ich las, ist die Serie womöglich auch gar nicht so berauschend – aber auch da mache ich mir ein eigenes Bild.