Weblogs, Soziale Software
Monday, den 11. Juli 2005
Mario Sixtus schreibt in »Das Web sind wir«:
Die wahre Seele der Blogwelt entdeckt man jedoch erst, wenn man sich die kleinen persönlichen Journale anschaut, die täglich vielleicht eine Hand voll Leser haben. Und hier begegnen wir nun endlich echten Menschen. Zwar gibt es natürlich auch etliche anonyme Blogger — wer jedoch ernst genommen werden will, schreibt unter seinem realen Namen. Viele veröffentlichen sogar Porträtfotos und persönliche Angaben auf einer “About”-Seite.
In einem ausführlichen Artikel über die Entwicklung des WorldWideWeb, Hypes und Blasen (was i.d.R. dasselbe ist), den Übergang von Web 1.0 zu Web 2.0, zu »Social Software« und was noch alles damit zu tun hat.
Und:
Sieht also so die Web-Welt des 21. Jahrhunderts aus? Wir teilen der ganzen Welt unsere Gedanken und Ideen mit (Blogs), präsentieren Bilder aus unserem Leben (Flickr), vermelden der Menschheit, was wir gerade lesen (Del.icio.us) und öffnen sogar für jedermann unser Adressbuch (Open BC)? Loïc Le Meur, Europachef von Six Apart, spricht von “Open Sourcing yourself”. Le Meur meint damit eine Gegenbewegung zur Geheimniskrämerei: “Es geht um Offenheit, Transparenz, Klarheit. Es geht darum, die Open-Source-Idee auf die Geschäftswelt auszudehnen.”
In diese Richtung scheint der Zug zu fahren. Auch wenn eher reservierte Gemüter wie ich da zunächst Zurückhaltung üben, nicht zügig jede neue Technik ausprobieren und einsetzen.
Aber das ist der Punkt: Jeder ist so offen und kommunikativ, wie er will und kann – und die soziale Netz-Umgebung fördert die Offenheit. Und übt somit gewiss auch positiven sozialen Druck aus.
Und diese »Offenheit, Transparenz, Klarheit« ist eine andere als die, die uns von reaktionären Kräften verordnet werden soll, sie ist frei von deren Ressentiments – der virtuelle Zielbahnhof dieser Entwicklung wird eine ehrlichere, weltoffenere Plattform sein als der baufällige Bahnhof, von dem der Zug vielleicht gerade erst gestartet ist.


