Überlegungen zum Tagging
Tuesday, den 15. August 2006
In der Magerfettstufe werden jetzt auch Tags zur feineren Verschlagwortung verwendet. Nils nutzt ein WordPress-Plugin, welches die vergebenen Tags direkt auf die Blog-Suchmaschine (den Blog-Indexer) Technorati verlinkt, so dass man als Leser von seinem Blogartikel unmittelbaren Zugang zum weltweiten Kosmos von Artikeln zum gleichen Schlagwort erhält.
Ich möchte das Thema hier also nochmals aufgreifen, da ich es nach wie vor für sehr interessant und diskutierenswert halte, und Zweierlei anmerken:
1. Wohin verlinken?
Ich verwende ein anderes Plugin (Jerome’s Keywords), das die Schlagwörter nicht in Richtung Technorati verlinkt, sondern in Richtung eigenes Blog und damit auch eine bloginterne »Tag-Wolke« aufbaut. Zudem baut es diese Tags in den Atom-Feed ein. Den wiederum holt sich der Technorati-Spider schön brav ab und indiziert die darin gefundenen Tags.
Ich hielte eine Lösung für interessant, welche die Schlagwörter quasi doppelt verlinkt: ins eigene Blog und nach Technorati. Also vielleicht in der Form: Blog-Link (T)
Oder so ähnlich. Ich sollte mal schauen, ob ich etwas derartiges nachträglich irgendwie manuell einbauen kann…
2. Die Schlagwort-Auswahl
Spätestens an diesem Punkt sollte jedem klar werden, dass ›Tagging‹ kein billig zu habendes beiläufiges Vergnügen ist, sondern eine durchaus anspruchsvolle Angelegenheit. Nils weist auf die Problematik hin, herauszufinden, inwiefern sich bei bestimmten Begrifflichkeiten schon Konventionen herausgebildet haben könnten – von der Vielsprachigkeit des Internet einmal ganz abgesehen.
Verwende ich also (wie unten) das Schlagwort »Web 2.0« oder hat sich vielleicht schon so etwas wie »Web20« eingebürgert?
›Tagge‹ ich »Soziale Software« oder »Social Software«?
Werden allgemein bei bekannten Personennamen die vollen Namen als Tags verwendet (wie ich es tue) oder bloß die Nachnamen?
Ich rate bei solchen Fragen, einfach mal kurz vor dem Abschließen eines Blogartikels die ausgewählten Schlagwörter in verschiedenen Varianten bei Technorati nachzuschlagen, um zu sehen, ob sich ein gewisser konventioneller Trend erkennen lässt.
Und ich rate auch ganz bewusst zu einer sprachpolitischen Haltung, dort deutsche Begrifflichkeiten zu verwenden, wo keine Namens-konventionelle Notwendigkeit zur Verwendung englischer Begriffe besteht. Ich bevorzuge also z.B. klar »Soziale Software« vor »Social Software«.
Und schließlich
Da Sascha Carlin gestern ganz mirakulös von Feddisch! schrieb und sich womöglich auf seine Diplomarbeit bezog, steht uns Tagging-Interessierten wohl demnächst interessante wissenschaftliche Lektüre zum Thema ins Haus…


