Schleich-Aushöhlung
Friday, den 22. Juli 2005
Im Rahmen des Gemähres um die »Schleichwerbungs-Diskussion« der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten stellte sich WDR-Intendant Fritz Pleitgen per Sondersendung Zuschauerfragen.
Nun, das Thema ist ziemlich altx) und scheint mir heuer eher einem Sommerloch entsprungen, und die zur Kenntnis gegebene Quintessenz hat auch schon einen Bart:
Man müsse daher schonungslos aufklären, hart bestrafen und die Kontrollen verschärfen.
(zitiert nach www.wdr.de)
Wenn bei alledem nicht bloß dieser schale Beigeschmack bliebe… ich fantasiere…
»Schonungslose Aufklärung« wird Ihnen präsentiert von der Waschibank, den Spezialisten für festverzinsliche Aufklärungsanlagen.
»Harte Betrafung« wird Ihnen präsentiert von der Hard Sanction AG, Ihrem Partner für exklusive Exekutivfragen.
»Verschärfte Kontrollen« werden Ihnen präsentiert von Otto surveillance, dem Kompetenzpartner für totale Überwachungsfragen.
Es bleibt, wie es ist, und von dieser meiner persönlichen Haltung rücke ich nicht ab:
Öffentlich-rechtliches Fernsehen (ÖRF) kann mir nicht von irgendwelchen Warenherstellern »präsentiert« werden. Und Schleichwerbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (solche, die tatsächlich Schleichwerbung ist) ist letzten Endes de facto die Verwandlung medialer Beiträge in Dauerwerbesendungen.
x) Schon seinerzeit Schimanski selig hat auffällig und ohne jeden Sinnzusammenhang seine Bonbontüte zur geneigten Kamera-Nahaufnahme auf den Kneipentresen gelegt. Gut, das waren vielleicht die Anfänge, heute werden eben ganze TV-Serien gekauft…
via medienrauschen


