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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Freiwillig in die Falle tappen?

Thursday, den 9. Oktober 2008

Gerade bei Hokey gelesen: Das lawblog teilt mit:

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble möchte jedem Bürger eine »sichere« E-Mail-Adresse verpassen.

Danke. Hab ich schon. :cool:

Meine E-Mailadressen, die ich selbst verwalte und deren Mailverkehr ich bei Bedarf verschlüssele, sind sicherer als angeblich sichere E-Mailadressen vom Papa BIM. Da bin ich ganz sicher.

Und mehr noch:

Den Bürgern soll nicht nur eine E-Mail-Adresse zur Verfügung gestellt werden, sondern auch ein »Daten-Safe« für vertrauliche Dokumente.

Ach gar? Ich will gar nicht wissen, wer am Ende alles in diese Safes reingucken darf – höchst vertraulich natürlich. Da wäre dann ja quasi die lokale Massen-Onlinedurchsuchung möglich.

Dafürdagegen sind wir!

Thursday, den 25. September 2008

Wir sind dagegen, dass wir dafür sind! Jawoll, und ganz besonders dann, wenn ›die Bösen‹ dafür sind!

Die CSU ist im Wahlkampf für die Wiedereinführung der ›alten‹ Pendlerpauschale.

Die CSU ist in der wirklichen Politik gegen die Wiedereinführung der ›alten‹ Pendlerpauschale.

Da Wahlkampf nichts weiter als Wahlkampf ist und insofern für die Zeit danach irrelevant, ist die CSU also tatsächlich gegen die Wiedereinführung der ›alten‹ Pendlerpauschale.

Sie behauptet übrigens sogar mit ernster Miene, ihre heutige Ablehnung im Bundestag begründen zu können. Was zwar höchst lustig ist, aber m.E. leider auch nichts Wesentliches zur Glaubwürdigkeit dieser Partei beiträgt. Denn wir befinden uns offenbar unter Fünfjährigen, die Politik spielen. Na ja, sie residieren in einem Bundesland, wo sie bekanntlich Jahrzehnte lang niemand beim beliebigen Politikspielen unterbrochen hat. :laughyell:

Stinkender politischer Qualm

Monday, den 15. September 2008

Es scheint sich mein stiller Verdacht zu bestätigen, dass vor allem kon­servative Geister im hohen Alter dazu neigen, flach zu werden und sich von der lästigen Neigung zu differenzierendem politischen Denken zu befreien. Einstmals vorhandene intellektuelle Größe und Beredtheit verkommt so zu bloß dumpfen Qualmwolken geistlosen Wahlkampf­geschwätzes.

Dabei dienen doch »Hitlervergleiche« letzten Endes bloß der politischen Selbst­befriedigung und dem selbst­gefälligen Aufzeigen, dass man selbst der bessere Ratten­fänger ist – wenn auch im gegebenen Fall vielleicht kein ganz so »charismatischer Redner«.*) Nichts anderes gilt übrigens für die armseligen Warner vor den »Kommunisten« und »Sozialisten« aus irgend­welchen Randparteien: sie blasen auch nur ihren eigenen inhaltlichen Heißluftballon auf. Vielleicht hätten sie einfach bei ihrem Spaßmobil bleiben sollen. Es entsprach ihnen völlig.
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