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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Wollen ist nicht Tun

Friday, den 23. Mai 2008

Immer häufiger begegnen mir z.B. in Nachrichtensendungen Formulierungen dieser Art:

Er hat sich bereit erklärt, alle Helfer ins Land lassen zu wollen.

Oder:

Er hat zugesagt, die fraglichen Vorwürfe prüfen lassen zu wollen.

Entweder handelt es sich in solchen Fällen um tatsächlich zutreffende Aussagen und damit um die nachrichtlich korrekte Wiedergabe von absichtlichen Täuschungen seitens der Handelnden oder es handelt sich schlicht um Grammatik­fehler seitens der Sprecher.

Warum?

Weil sich die Zusage bzw. die Bereiterklärung grammatikalisch auf die Infinitiv­konstruktion mit »zu« bezieht, also in beiden Fällen auf die Willens­erklärung »zu wollen« selbst.

Konkret: Im ersten Fall erklärt sich die betreffende Person bereit, eine Willensabsicht zu haben, nicht, tatsächlich etwas zu tun. Er wird also nicht die Helfer ins Land lassen, er will es bloß tun. Und das ist beileibe nicht dasselbe.

Im zweiten Fall wird lediglich die Absicht zur Prüfung zugesagt, nicht jedoch die Prüfung selbst.

Ginge es in beiden Fällen dagegen um die Bereitschaft zur Handlung selbst, dann lauteten die korrekten Satz­konstruktionen wie folgt:

Er hat sich bereit erklärt, alle Helfer ins Land zu lassen.

Er hat zugesagt, die fraglichen Vorwürfe prüfen zu lassen.

Ende dieses kleinen Grammatikkurses für professionelle Sprecher. :wink:

Von Toten und Lawinen

Monday, den 21. Januar 2008

Aus der heutigen drehscheibe Deutschland:

Immer wieder sterben Menschen in Lawinen.
Aber wie entstehen sie?

Nun, ich nehme stark an, dass sie auf dieselbe Weise entstehen wie Menschen, die nicht in Lawinen sterben: durch geschlechtliche Fortpflanzung der Eltern.

Zwischen-Sprachliches

Wednesday, den 11. Oktober 2006

Begegnet ist mir die folgende falsche sprachliche Konstruktion schon oft, aber wenn sie sich inzwischen sogar in die Moderation der Kulturzeit auf 3sat einschleicht (nein, nicht Scobel…), dann sollte sie einmal offen thematisiert werden (mit einem erfundenen Beispiel zur Demonstration):

Ausgesagt werden soll Folgendes:

Viele Leser können sich nicht entscheiden, ob sie lieber gedruckte Bücher oder Hörbücher kaufen sollen.

Formuliert wird z.B. folgende Konstruktion:

Viele Leser sagen, dass sie sich nicht zwischen gedruckten Büchern und zwischen Hörbüchern entscheiden können.

Hier ist eindeutig ein »zwischen« zuviel!

In einer solchen Entscheidungs-Differenzierung benötigt der präpositionale Ausdruck zwei (2) Objekte:

Entscheiden zwischen A und B

Statt falsch:

Entscheiden zwischen A und zwischen B

Schön, dass wir das einmal klären konnten…

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