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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Bundespräsidiale Regierungsvertretung

Wednesday, den 30. June 2010

Der Vertreter der Bundeskanzlerin und der angeschlossenen Bundes­regierung für das Bundesregier … ähh …präsidentenamt ist auch im zweiten Wahlgang noch nicht durchgewählt.

Aber das wird schon noch werden … :neutral:

So genannt

Tuesday, den 27. May 2008

Eine Koalition auf Bundesebene mit der sogenannten Linken wird es nicht geben

Sagt der Chef der sogenannten Sozialdemokraten.

Bis Herbst 2009 ist noch Zeit genug, eine geeignete Sprachregelung für die – nicht wirklich unwahrscheinliche – gegenteilige Haltung zu finden. In Hessen arbeitet man nach dem sogenannten klaren Wahlsieg der sogenannten SPD bekanntlich seit längerem an so etwas.

Politischer Phrasenbaukasten

Tuesday, den 8. May 2007

Ich stelle mir vor, dass es einen Phrasenbaukasten für Politiker gibt. Darin sind u.a. Phrasen für verbale Rückzugsgefechte enthalten:

Rückzugsphrase #1:
»Es tut mir leid, wenn meine Äußerungen in der Öffentlichkeit missverständlich aufgefasst wurden«

Rückzugsphrase #2:
»Ich entschuldige mich und nehme meine Formulierung zurück«

Klingt beides gut und beruhigt erfahrungsgemäß die Öffentlichkeit, wobei es für den jeweils genauen Wortlaut eine durchaus größere Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten gibt. Aber die Crux solcher Phrasen offenbart sich erst bei genauerer Betrachtung und entgeht einem leicht angesichts der oberflächlichen Kurzatmigkeit medialer Aufmerksamkeit:

#1 schiebt die Verantwortung für den geäußerten Inhalt letzlich dem Rezipienten zu. Man kann weiterhin jede Schändlichkeit behaupten und beruft sich am Ende einfach auf Fehlinterpretationen. In der Sache bleibt man dagegen stoisch bei seiner Auffassung.

#2 nimmt lediglich die Formulierung zurück – nichts anderes wird ja behauptet. Inhaltlich bleibt man wiederum schadlos und stoisch bei seiner Auffassung. Schade dabei ist, dass von Medienseite nie nachgefragt wird, wie die betreffende Person denn ihre Ansicht neu zu formulieren gedenkt.

Beides konnten wir gerade wieder im Fall des angeblich ausgewiesenen NS-Gegners Filbinger respektive der versuchten »Korrektur« dessen historisch-politischer Einordnung durch den Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger erleben.

Und jetzt könnten wir einfach mal abwarten, ob CSU-Generalsekretär Söder wegen seines dreisten Affronts gegen den Bundespräsidenten so unter Druck geraten sein wird, dass er womöglich ebenfalls in den kleinen Phrasenbaukasten greift…

PS: Die bekannteste Phrase in unserem Baukasten ist übrigens wahrscheinlich diese:
»Ich übernehme [dafür] die volle politische Verantwortung«, oft angereichert mit einer näheren inhaltlichen Bestimmung.

Dieses Sätzlein klingt nach schwer geschulterter politischer Last, möchte einen nachhaltig guten Eindruck erheischen und wird immer dann gebraucht, wenn man selbst oder das ausgeübte Amt unter Druck geraten ist und man trotz allem sicher ist, dass diese »Übernahme« wohlfeil ist und völlig folgenlos bleiben wird.

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Zuletzt Kommentiert:

  • Anne am 16.8.2010:
    Hi Boris, Da denke ich dann auch gerne mal an Klaus Kinskiy mit “Von wem ich mich beleidigen...
  • Pepino am 5.8.2010:
    In der Tat, das finde ich sogar sehr beruhigend! PS: Danke für’s erwähnen und für’s...
  • zungenwerk am 21.6.2010:
    …..höchste zeit jemanden zu suchen, der dir auf die harley hilft…..
  • Andi am 20.6.2010:
    Tja, es ist gar nicht mehr so einfach ein Handy zu finden, mit dem man nur telefonieren...
  • Mario H. am 16.6.2010:
    Ach was, das ist viel zu unsicher. Bloß nirgendwo notieren – am besten gleich vergessen.
  • Anne am 14.6.2010:
    Ach weißt Du, Das ist immer derselbe Mist mit den Verkäufern (gerade von Mobiltelefonen), die...

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