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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Extreme Regalfilling

Wednesday, den 19. Dezember 2007

Heute ein vorweihnachtliches Stöberstündchen in Frankfurts einziger größter Buchhandlung unternommen. An allen Kassen enorm lange Schlangen von kaufwilligen Kunden. Viele davon mit zwei oder mehreren Büchern, geduldig wartend. Bei fünf Kassen alleine im Erdgeschoss schätze ich, dass pro Minute etwa sechs bis acht Bücher den Besitzer wechseln. Macht rund dreihundertsechzig bis vierhundertachtzig Bücher pro Stunde.

Trotzdem leeren sich die Regale nicht! Der Füllstand bleibt jederzeit in etwa gleich.

Das muss der Vielzahl dieser eifrig mit Regalwägelchen umherschwirrenden Mitarbeiter zu verdanken sein, die unablässig die Regalbestände auffüllen. Diesen Fleißbienchen sei an dieser Stelle einmal Dank gesagt.

Am Rande: In meinem derzeitigen Bestreben, meine alte Liebe ›Science-Fiction‹ mit persönlichen Neuentdeckungen aufzufrischen, habe ich meinem Neuheitenregal die folgenden beiden Bücher hinzugefügt:

Harlekins Mond
Larry Niven, Brenda Cooper (2005)
ISBN 978-3-404-24366-2, Bergisch Gladbach 2008, TB Bastei-Lübbe
Quarantäne
Robert Charles Wilson (2003)
ISBN 978-3-453-52316-6, München 2007, TB Heyne

Völlige Überfüllung

Thursday, den 21. Dezember 2006

Ich habe noch nie zuvor eine derart gewaltige Menschenansammlung in einer Buchhandlung gesehen wie heute am frühen Nachmittag in Frankfurts Buchhandlung.

Nun gut. In der einzigen größeren Buchhandlung, die in Frankfurts Innenstadt übrig geblieben ist. Wie erbärmlich.

Was machten die da alle? In schier endlosen Schlangen vor Kassen? Vor zusätzlich eingerichteten »Not-Kassen« gar? Alles wegkaufen? Wie Bananen?

Meine Idee, schnell noch ein paar Bücher nicht nur zum eigenen Lesegenuss bei einer Tasse Kaffee zu sichten, war angesichts dieser Überfüllung schnell auf morgen am frühen Vormittag verschoben. Obwohl das Kaffeepausen-Areal im Untergeschoss durchaus noch einige halbwegs ruhige Plätzchen geboten hätte. Aber die Kassen…

Ich hoffe also über die Nacht, dass der vorweihnachtliche Kaufrausch sich hauptsächlich auf die uninteressanten Titel der Bestsellerlisten einmal rauf, einmal runter beschränkt und bestenfalls noch die Hörbuch-Regale völlig leergeräumt werden. Dann bleiben mir nämlich noch genügend Lesebücher zum Stöbern. Und gegebenenfalls zum Kauf ohne stundenlanges Schlangestehen.

Sortiments-Ausdünnung

Monday, den 13. März 2006

Immer wieder ärgere ich mich darüber, dass die schiere Anzahl an Büchern im Buchhandel dank einer unablässigen Flut belletristischer Neuerscheinungen zwar permanent anzusteigen, das dahinterliegende Sortiment dagegen nicht zu wachsen scheint.

Das führt dazu, dass die Buchhandels-Lebensdauer von Titeln immer kürzer wird und immer mehr Titel schon nach recht kurzer Zeit wieder aus dem Sortiment verschwinden. Friss schnell, friss nur das Neue, und vergiss den Rest!

Und es ist ganz besonders ärgerlich, wenn man einen Autor erst vor kurzer Zeit mit einem aktuellen Titel entdeckt hat, dann nachforscht, was er bisher schon geschrieben hat und schließlich feststellen muss, dass der Verlag die meisten älteren Titel längst aus dem Programm genommen hat.

Oder man ist durch einen besonderen Umstand – einen Film zum Beispiel – auf einen bestimmten Roman eines berühmten Schriftstellers (mit recht umfangreichem Werk) gestoßen und muss erfahren, dass es den Roman in deutscher Übersetzung schlicht längst nicht mehr gibt, vielmehr noch: dass überhaupt nur noch ein paar wenige vereinzelte Titel seines Werks erhältlich sind.

In einem solchen Fall handelt es sich um den Roman »Red Harvest« von Dashiell Hammett (deutsch: Rote Ernte, Bluternte), der offenbar nur noch in originalsprachlichen Ausgaben erhältlich ist. Gut, dann werde ich wohl eine amerikanische Originalausgabe kaufen und lesen, denn Gebraucht-Buchhandel und totgesparte Bibliotheken interessieren mich im Grunde erst einmal nicht.

Als Bestandteil eines Völkchens, dessen vorrangige Protagonisten bei jeder Gelegenheit von »Kulturnation« faseln, erwarte ich eigentlich etwas mehr kulturelle Bestandspflege und weniger Kultur im Sinne eines durchlaufenden ökonomischen Postens.

Ein ähnliches Lied könnte ich jetzt noch von den ehemaligen »CD-Back-Katalogen« der Rechteverwertungsindustrie singen, aber mit einem solchen Blick in die Abgründe der Armseligkeit möchte ich jetzt wirklich niemandem den Abend vermiesen…

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