Auf neuen breiten Pfaden
Monday, den 2. Juli 2007
Seit dem gestrigen Sonntag sendet die Tagesschau-Hauptsendung um 20 Uhr im breiten 16:9-Bildformat (1,85:1).
(Da ich Nachrichtensendungen meist nicht gucke, sondern nebenher höre, ist mir das gar nicht wirklich aufgefallen)
Nachdem schon die ARD-Sportschau vor längerer Zeit auf das modernere Format umstellte und auch das ZDF seine beiden Haupt-Nachrichtensendungen heute und heute-Journal im breiten Bild ausliefert, ist mit dem Tagesschau-Pfund womöglich endgültig der Damm gebrochen und das alte Brown’sche Röhrenformat 4:3 zum Aussterben verdammt.
In einem interessanten Bildvergleich nimmt das Fontblog die Gelegenheit wahr, sich kritisch Gedanken über die unterschiedliche Nutzung des Formats bei beiden Sendern zu machen, was in den Kommentaren durchaus erhellend diskutiert wird.
Und weil in einem Kommentar auch die schier unvermeidliche Frage gestellt wird, was das 16:9-Format denn nun gegenüber dem 4:3-Format bringen soll, hier ein kurzer Überblick über einige der maßgeblichen technischen Entwicklungen des Fernsehens:
- 1967: Am 25. August eröffnet Willy Brandt feierlich die Einführung des Farbfernsehens in Deutschland
- 1982: Einführung des Stereo-Tons im deutschen Fernsehen
- 2006: Erstmals werden in Deutschland mehr Flachbild-Fernsehgeräte als Röhrengeräte verkauft.
- 2003 – ca. 2010: Die Phase der Umstellung vom analogen zum digitalen, auch hochauflösenden Fernsehen (HDTV) ist derzeit im Gange
In allen genannten Fällen wurden genau diese Fragen gestellt und (meist fruchtlos) diskutiert:
Was soll denn das bringen? Und:
Brauchen wir das wirklich?


