Kult und Verklärung
Monday, den 6. März 2006
Jetzt, wo bei Kabel1 erneut der Klassiker Star Trek: The Next Generation läuft (Das nächste Jahrhundert) und ich mal wieder die ersten Folgen aufgezeichnet und gesehen habe, fällt mir neuerlich auf, wie hölzern das heute doch teilweise wirkt. Die ersten Folgen sind inhaltlich ganz untadelig (besonders im Hinblick auf die ›Philosophie‹ von Gene Roddenberry), aber die Dialoge wirken doch bisweilen wie aus dem Übungsseminar für Drehbuchautoren. Und auch die Schauspieler scheinen noch nicht so recht zu wissen, wie sie angemessen agieren sollen. Das ist gar kein Vergleich zu der sympatischen Souveränität und Gelassenheit, mit der sie in den späten Staffeln aufspielen und ihren Figuren beachtliche Tiefe und auch viel Wärme geben werden.
Aber so ist das wohl bei TV-Serien, die einen langen Atem über viele Jahre entwickeln können – und dürfen: Wenn die Saat gut ist, wird sie irgendwann aufgehen. Wenn die Kernidee gehaltvoll und hinreichend neu ist und Darsteller wie Autoren in der Lage sind, das Potenzial wirklich auszuspielen, dann kann sogar eine ›Kultserie‹ entstehen, die über viele Jahre begeistert und für nachfolgende Serien Maßstäbe setzt.
Irgendwann setzt dann sogar die Verklärung ein und überdeckt sanftmütig die anfänglichen Schwächen…


