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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Sprache'

Wie kommt der Mensch zur Sprache?

Monday, den 2. April 2007

Unter diesem Titel diskutiert Gert Scobel am Donnerstag Abend in seiner Gesprächsrunde »delta« mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen.

Wie kommt der Mensch zur Sprache?
Über Neurowissenschaften und Spracherwerb
»delta«, 3sat, Donnerstag, 05. April 2007, 21:00 bis 22:00 Uhr

Die Sendung wird im Zusammenhang mit dem »Neuroforum Gehirn und Sprache«, das am Dienstag, 03. April in der Alten Oper in Frankfurt stattfindet, aufgezeichnet.

Als alter Linguist – immerhin habe ich mal schwerpunktweise Neuro- und Psycholinguistik studiert und mich neben anderen Teildisziplinen auch mit der Spracherwerbsforschung beschäftigt – muss ich einfach auf diese Sendung hinweisen. Es wird sicher interessant, auch für Nicht-Linguisten.

Mehr zum Neuroforum lese man gerne auf der Homepage der ausrichtenden Gemeinnützigen Hertie-Stiftung nach.

Hier ganz kurz die Fragestellungen der Sendung:

  • Wie kommt der Mensch zur Sprache?
  • Welche Perspektiven eröffnet bilinguale Erziehung?
  • Wie können wir die Sprachkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund fördern?

Es diskutieren mit Gert Scobel:

  • Peter Bieri, Autor und Philosoph, FU Berlin
  • Angela D. Friederici, MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
  • Rosemary Tracy, Lehrstuhl für Anglistische Linguistik, Universität Mannheim

Unverantwortung

Thursday, den 29. März 2007

Der ehemalige Herr Bundesinnenminister Schily übernimmt die volle politische Verantwortung für das angeblich jederzeit völlig korrekte Gebaren deutscher Behörden im Fall Kurnaz.

Oh welch edle Bürde, ist sie doch so wohlfeil zu haben.

Durch bloßes Aufsagen einer bekannt folgenlosen leeren Formel…

Man sollte den Begriff »politische Verantwortung« wegen völliger Bedeutungslosigkeit als ein Unwort der letzten Jahrzehnte bezeichnen.

Sprach-Bausteine

Sunday, den 18. Februar 2007

Es gibt sie in der gesprochenen – berichtenden – genau wie in der geschriebenen Sprache: vorgefertigte Bausteine, die bei entsprechenden Nachrichten-Gelegenheiten verwendet werden und bei denen jeweils bloß bestimmte Variablen mit Werten gefüllt werden. Dadurch erhalten Nachrichten zumindest in meinen Ohren so etwas bedeutungsbefreit Klassifiziertes, Standardisiertes.

Unfallberichte:
Unfall, Ort, Zeit, …wurden X [Personengruppe] verletzt, Y davon schwer
Katastrophale Ereignisse:
Ereignistyp, Ort, Zeit, …entstand ein Sachschaden in Höhe von X [Währung]

Ihre zweifelhafte Bedeutung erhalten solche im Grunde völlig marginalen Randinformationen letzten Endes genau dadurch, dass sich der immaterielle Wert – die erzeugte Betroffenheitsgröße – lediglich nach der derart sprachlich standardisierten blanken Zahlenangabe bemisst.

BtW: Gehe ich recht in der Annahme (Ha, welches Schweinderl hättens denn gern?), dass Verletzte des Typs »schwer« sich wie folgt bemessen:

»mussten ins Krankenhaus gebracht werden und liegen zur Zeit noch dort«?

Und fällt das alles in die Rubrik »Gezähltes Leid ist halbes Leid«?
Was heutzutage ja wohl eher heißen müsste: »Gezähltes Leid ist geiles Leid«

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