Wednesday, den 16. Januar 2008
Das Unwort des Jahres 2007 ist:
Herdprämie
Die Jury entschied wie folgt (aktuelle Pressemeldung):
Zum Unwort des Jahres 2007 ist der Begiff »Herdprämie« gewählt worden. Das Wort diffamiert Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen. Inzwischen gibt es ein ganzes Wortfeld, das die Diffamierungabsicht ebenfalls deutlich werden lässt. Dazu gehören u.a. die Varianten »Aufzuchtprämie«, »Gluckengehalt« und »Schnapsgeld«.
Die Diffamierung ist übrigens in meinen Augen tatsächlich nicht zufällig, sondern als solche gemeint.
Die Platzierungen im Überblick:
- »Herdprämie«
- »klimaneutral« – als (be-)trügerischer Marketingbegriff
- »entartet« – diffamierender (ich füge hinzu: und genau kalkulierter) Missbrauch eines rassistischen Begriffs der Nationalsozialisten durch Kardinal Meissner in Bezug auf Kunst, die angeblich die ›religiöse Bindung‹ verliert
Das Unwort des Jahres 2006 war übrigens »freiwillige Ausreise«, ein die Tatsachen verschleiernder »Gesetzes- und Behördenterminus, wenn abgelehnte Asylbewerber aus deutschen Abschiebehaftanstalten, sog. Ausreisezentren, nach intensiver ›Beratung‹ in ihre Herkunftsländer zurückkehren, wobei die Freiwilligkeit in vielen Fällen zweifelhaft ist«.