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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Sprache'

Wollen ist nicht Tun

Friday, den 23. Mai 2008

Immer häufiger begegnen mir z.B. in Nachrichtensendungen Formulierungen dieser Art:

Er hat sich bereit erklärt, alle Helfer ins Land lassen zu wollen.

Oder:

Er hat zugesagt, die fraglichen Vorwürfe prüfen lassen zu wollen.

Entweder handelt es sich in solchen Fällen um tatsächlich zutreffende Aussagen und damit um die nachrichtlich korrekte Wiedergabe von absichtlichen Täuschungen seitens der Handelnden oder es handelt sich schlicht um Grammatik­fehler seitens der Sprecher.

Warum?

Weil sich die Zusage bzw. die Bereiterklärung grammatikalisch auf die Infinitiv­konstruktion mit »zu« bezieht, also in beiden Fällen auf die Willens­erklärung »zu wollen« selbst.

Konkret: Im ersten Fall erklärt sich die betreffende Person bereit, eine Willensabsicht zu haben, nicht, tatsächlich etwas zu tun. Er wird also nicht die Helfer ins Land lassen, er will es bloß tun. Und das ist beileibe nicht dasselbe.

Im zweiten Fall wird lediglich die Absicht zur Prüfung zugesagt, nicht jedoch die Prüfung selbst.

Ginge es in beiden Fällen dagegen um die Bereitschaft zur Handlung selbst, dann lauteten die korrekten Satz­konstruktionen wie folgt:

Er hat sich bereit erklärt, alle Helfer ins Land zu lassen.

Er hat zugesagt, die fraglichen Vorwürfe prüfen zu lassen.

Ende dieses kleinen Grammatikkurses für professionelle Sprecher. :wink:

Was man sagen kann …

Wednesday, den 23. April 2008

Manchmal schreibt einer kommt einer und tut er Sätze schreiben, die wo man sich bloß noch lachenderweise schenkelklopfend wegwerfen könnte:

Aber der Parteirat der kam sah und beschloß was Beck gewollt haben könnte, wenn er denn überhaupt gewusst haben gekonnt hätte, was er wollen gemöcht hätte: (…)

:laughyell:

Aber immerhin: Das, um was es in dem betreffenden Artikel geht, lässt Sätze wie diesen im Grunde nur angemessen formuliert erscheinen.

Doppelsprachmoppel

Thursday, den 6. März 2008

Da man das falschgeschlechtliche »der Blog« auch mit aller grobsprachlichen Gewalt nicht aus seiner Langform »das Weblog« abkürzend ableiten kann, muss man nachträglich ›korrigierend‹ die Ableitung anschaffen.

Damit macht man nebenbei ganz elegant den Weg frei für inhaltliche Präzisierungen wie »Webblog« (wahrscheinlich »der«), wie gerade beim Spreeblick gesehen … bzw. dem silbernen Preis, den man dort gewonnen hat.

Ein Webblog ist demnach die spezielle Form eines Blogs, das der im Web geschrieben wird.

:laughyell:

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