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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Sport'

Doping-Bekenntnis

Saturday, den 26. Mai 2007

Oh ja! Ich habe es auch genommen. Ich habe erstmals 1995 S.C.H.O.K.O.L.A.D.E. probiert. Es schien mir kein Weg daran vorbei, weil ich annahm, dass wahrscheinlich alle um mich herum es auch nahmen. Auch ich sehe heute den Zeitpunkt gekommen, wo ich nicht mehr verschweigen kann, mit S.C.H.O.K.O.L.A.D.E. gedopt zu haben. Ich weiß, dass das falsch war – und ich wusste es auch damals schon. Aber niemand konnte es damals nachweisen, und deswegen tat ich es auch.

Ich wollte damit meinen Zucker-, Fett- und Glückshaushalt verbessern, wie es wahrscheinlich alle oder wenigstens die meisten auch taten. Wie ich schon sagte. Ich nahm S.C.H.O.K.O.L.A.D.E. bis – lassen sie mich kurz nachrechnen wegen der Verjährungsfrist – ja, bis 1998, danach nicht mehr. Ich habe das Mittel immer selbst gekauft und aus eigener Tasche bezahlt. Und ich habe es freiwillig ohne Druck von außen genommen.

Ich weiß nicht, ob ich wirklich einen Vorteil davon hatte, aber ihr könnt, wenn ihr wollt, alle meine Kleidung mit den weiten Größen haben. Sie hängen bei mir im Schrank, es interessiert mich nicht mehr.

Ich habe damit abgeschlossen und möchte heute glaubhaft für sauberes Fressen ohne Doping, natürlich auch ohne S.C.H.O.K.O.L.A.D.E. eintreten. Genau wie der Sichelputzer es auch tut…

Und es werden minütlich mehr. Lasst uns jetzt einen Schlussstrich ziehen und den Neuanfang machen.
Blogger gedopt

Hallo Radsport!

Friday, den 25. Mai 2007

Wenn du, respektive deine Verantwortlichen und Betreiber, d.h. Fahrer, denn dereinst einmal etwas planen solltest, das dazu angetan wäre, deine Situation in Richtung Sport und weg von organisierter Dopingpanscherei zu überarbeiten, dann sagst du Bescheid, ja?

Und was dich, lieber deutscher Radsport angeht, du musst schon einmal über den Grenzrand schauen, was die anderen da so treiben: Die fahren nämlich weiter Rad, als wäre nichts geschehen und gucken ganz böse auf dich, weil du ihr verseuchtes und geschmiertes Nestchen beschmutzt.

Denen passt deine Bekennophilie offenbar gar nicht, denn sie fühlen sich beim Feiern und Kungeln gestört. Sie haben sich offenbar längst verständigt, dass man sich mit Doping immer erst im Nachhinein achselzuckend befasst, im Rückblick auf schlechte Zeiten sozusagen. Die es heute gar nicht mehr gibt – erst in zehn Jahren wieder, und dann neuerlich im Rückblick.

Also, lieber internationaler Radsport, wenn du mal irgendwann wieder »Sport« genannt werden kannst und nicht mehr Schmieren- und Lügentheater, dann… alles klar? Dann sehen wir uns vielleicht wieder.

Bis dahin verfolge ich dich noch am Rande, aus dem Augenwinkel sozusagen. Tröste dich, du bist sicherlich nicht alleine in der Welt des Sports mit deinen Spritzen und deinen Lügen und dem gemeinschaftlichen Kuscheln unter dem Stinkedeckchen…
:twink:

Sauerstoffdusche?

Wednesday, den 23. Mai 2007

Es herrscht inzwischen ja geradezu ein regelrechter Bekenntnis-Frohsinn in den Reihen der deutschen Doping-Profis. Gestern noch gelogen, heute freimütig den sportlichen Betrug zugegeben. Selbst Mediziner, die gestern sicherlich noch gar nicht wussten, was Doping überhaupt ist, bekennen sich eifrig um die vordersten Plätze.

Hat es da etwa eine flächendeckende Sauerstoffdosis zum ausdauergesteigerten Bekennen gegeben?

Oder darf ich vielmehr spekulieren, dass man sich womöglich im (sport-) politischen Hintergrund schon einmal vorsorglich und stillschweigend in Richtung einer großzügigen Amnestierung verabredet hat?

Ganz eilig vielleicht, damit das Thema möglichst noch vor der Tour de France aus den Medien und damit aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist?

Denn es geht doch immerhin um den Sport. Den fairen und ehrlichen. Nein, ums Geld. Quatsch, ums Geld durch Sport. Jetzt stimmt’s.

PS: Da erscheint mir inzwischen ja die Äußerung von Jan Ullrich nachgerade grundehrlich, dass er nie jemanden betrogen hätte. Wie auch, wenn er nur einer unter vielen allen war?

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