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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Sport'

Der Saubersport-Sommer beginnt

Saturday, den 5. Juli 2008

Ach, heute startet ja dieses größte Rennen im (ehemaligen) Profi-Radsport! Dieser ist ja inzwischen eher eine inter­nationale Leistungs­schau in Sachen biochemischer Leistungs­förderung. Eine saisonale interaktive Pharma­industrie-Messe sozusagen, gelegentlich gestört durch unliebsame Enthüllungen, weil manche Teilnehmer einfach schlampig arbeiten. Das wissen wir gut aus den vergangenen Jahren.

Gerüchte übrigens, die besagen, dass die Fahrer in diesem Jahr erstmals mit Tandems antreten, um jeweils einen Advokaten mitführen zu können, der beim Auf­fliegen der Leistungs­förderung unverzüglich vor Ort mit Rechts­mitteln gegen Doping­prüfungen und -Labore schützend einschreiten kann, haben sich nicht bestätigt.

OK, das alles beginnt schon heute und deswegen kommt mein Tipp etwas knapp, aber demnächst starten ja die Olympischen Spiele, und bis dahin ist womöglich noch genug Zeit, ein interessantes Buch zu lesen:

No Limit
Wie viel Doping verträgt die Gesellschaft
Ines Geipel, Stuttgart 2008
ISBN 978-3-608-94458-7 (182 Seiten, 17,90 EUR)

Aber nicht, dass sich am Ende jemand beschwert, ich hätte ihm irgendwelche Illusionen genommen. Ich war’s nicht!
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Neue Sportart für Olympia

Monday, den 17. März 2008

Ich schlage als neue Sportart für die kommenden Olympischen Spiele vor:

Militärisches Tibet-Bashing – im traditionellen Stil

Da ist China zwar langjährig erfahrener und kaum zu schlagender Favorit, aber im Sinne der ungestörten Weiterführung prosperierender wirtschaftlicher Beziehungen spielt Deutschland ohne Frage sicher sportlich fair mit.

Kampagne von Reporter ohne Grenzen
Kampagne von Amnesty International

Boykott – Ja? nein?

Ich bin mir nicht sicher, ob ein Boykott tatsächlich ›etwas bringt‹. Aber das ist eigentlich gar nicht die Frage und im Grunde nur ein politisches Scheinargument. Es geht m.E. eher darum, dass man einen Boykott natürlich in erster Linie als Ausdruck der persönlichen (eigenen) politischen Hygiene, im Sinne des ›In den Spiegel sehen Könnens‹ ansieht.

Zum Vergleich die Spiele von 1936 heranzuziehen, wie es manche tun, kann gar nicht so fehl am Platz sein, denn auch hier wäre es bei einem Boykott überhaupt nicht darum gegangen, das Nazigesindel irgendwie zu einer politischen Umkehr zu bringen, sondern schicht darum, dass man als anständiger Mensch nicht zu den Nazis zum Spielen geht.

Aber wie dem auch sei, wir werden die freudige Teilnahme Deutschlands (und anderer demokratischer Länder) erleben, wir werden im Vorfeld die jederzeit wohlfeil zu habenden moralischen Appelle vernehmen, deren Textvorlagen in jedem gut sortierten Diplomatenschreibtisch auch in chinesischer Übersetzung zu finden sind. Und ich spekuliere einmal, dass auch die Sanktionsdrohungen der zuständigen Verbände an hiesige Sportler, die sich zu allzu kritischen Tönen gegenüber China hinreißen lassen sollten, schon vorformuliert sind.

Via Sichelputzer

Es weihnachtet

Sunday, den 23. Dezember 2007

Und deswegen wünsche ich allen Lesern dieses Blögchens ein schönes Fest samt zugehörigen Feiertagen. Überlebt es üppig wohlgenährt und zufrieden. :eating:

Blogpause mache ich keine, wenn mir was einfällt, schreibe ich darüber. Wenn nicht, dann nicht.

Bis dahin habe ich noch Einen zum Schmunzeln und auch zum Nachdenken über Dinge, die uns 2008 möglicherweise begegnen werden:

Aufgrund der Tatsache, dass einige Herren Sportbetrüger im letzten Jahr, bei und nach der Tour de France, dazu übergegangen sind, ihre Auffassung von Radsport mit illegalen sowie rechtspflegerischen Mitteln durchzusetzen anstatt die Angelegenheit wirklich als Sport zu betreiben, hat man folgendes neue technische Reglement für die Tour 2008 eingeführt:

Alle Fahrer benutzen anstelle der bisherigen Rennräder sogenannte »ConferenceBikes« (großes Bild).

Die sieben Sitzplätze können z.B. wie folgt genutzt werden:

  • Den Platz am Steuer nimmt der ›Radsportler‹ ein.
  • Einen Platz der Manager/persönliche Betreuer
  • Drei Anwälte
  • Ein Doping ausführender Arzt
  • Ein medizinischer Berater

Die Etappen werden auf maximal zehn Kilometer verkürzt; die dadurch eingesparte Zeit (ca. vier bis fünf Stunden) bis zur Zieleinfahrt wird für die täglichen rechtlichen Verhandlungen und Absprachen genutzt, in denen über den Etappensieg sowie die Platzierungen entschieden wird.

Mehr zu Doping aktuell beim ZDF.

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