Neue Sportart für Olympia
Monday, den 17. March 2008
Ich schlage als neue Sportart für die kommenden Olympischen Spiele vor:
Militärisches Tibet-Bashing – im traditionellen Stil
Da ist China zwar langjährig erfahrener und kaum zu schlagender Favorit, aber im Sinne der ungestörten Weiterführung prosperierender wirtschaftlicher Beziehungen spielt Deutschland ohne Frage sicher sportlich fair mit.
Kampagne von Reporter ohne Grenzen
Kampagne von Amnesty International
Boykott – Ja? nein?
Ich bin mir nicht sicher, ob ein Boykott tatsächlich ›etwas bringt‹. Aber das ist eigentlich gar nicht die Frage und im Grunde nur ein politisches Scheinargument. Es geht m.E. eher darum, dass man einen Boykott natürlich in erster Linie als Ausdruck der persönlichen (eigenen) politischen Hygiene, im Sinne des ›In den Spiegel sehen Könnens‹ ansieht.
Zum Vergleich die Spiele von 1936 heranzuziehen, wie es manche tun, kann gar nicht so fehl am Platz sein, denn auch hier wäre es bei einem Boykott überhaupt nicht darum gegangen, das Nazigesindel irgendwie zu einer politischen Umkehr zu bringen, sondern schicht darum, dass man als anständiger Mensch nicht zu den Nazis zum Spielen geht.
Aber wie dem auch sei, wir werden die freudige Teilnahme Deutschlands (und anderer demokratischer Länder) erleben, wir werden im Vorfeld die jederzeit wohlfeil zu habenden moralischen Appelle vernehmen, deren Textvorlagen in jedem gut sortierten Diplomatenschreibtisch auch in chinesischer Übersetzung zu finden sind. Und ich spekuliere einmal, dass auch die Sanktionsdrohungen der zuständigen Verbände an hiesige Sportler, die sich zu allzu kritischen Tönen gegenüber China hinreißen lassen sollten, schon vorformuliert sind.
Via Sichelputzer


