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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Sport'

Der Sportfan in mir

Thursday, den 14. August 2008

Ich muss zugeben, dass ich kaum jemals so viel und gerne Männer-Turnen gesehen habe wie in den letzten Tagen. Auch wenn unser deutscher Top-Recke Fabian Hambüchen offensichtlich so seinen Hader mit seinem Paradegerät hat.

Und ich habe sogar durchaus den Hockey-Frauen mit Begeisterung bei ihren ersten Spielen zugeschaut. Nicht aber, dass jetzt jemand glaubt, ich könnte je Hockey-Fan werden … es ist IMHO nach wie vor ein Sport, bei dem die Spieler mit viel zu kurzen Stöcken den Ball über den Platz bollern müssen :mrgreen:

Beim Schwimmen (oder sollte man besser »Weltrekordeln« sagen?) frage ich mich allerdings, was ich davon halten soll. Denn wenn man sieht, dass nicht nur ein paar Athleten aus einem oder zwei Land, sondern eine ganze Heerschar aus mehreren Ländern Rekord­zeiten fast in Serie schwimmen, muss man sich fragen, ob das auf neueste Doping­maßnahmen auf breiter Front zurückzuführen sein kann. Ich gehöre nun beileibe nicht zu denjenigen, die Doping für bedauerliche singuläre Verfehlungen einiger weniger Unbelehr­barer halten. Und auch die sogenannte »Unschulds­vermutung« ist lediglich ein juristisches Konstrukt, das ich für meine persönlichen Ein­schätzungen nicht in Anspruch nehmen muss – und es auch nicht tue.

Ich fände es nämlich merkwürdig, gäbe es eine solcher Leistungs­explosion nur in einer Sportart. Bislang haben sich neue Doping­methoden kaum jemals auf eine Sportart beschränkt, und diese auffällige Leistungs­explosion im Schwimm­sport ist ja nicht ganz neu. Aber andererseits, wir haben noch keine Leichtathletik gesehen …

OK, jetzt aber muss ich mir endlich mal Nahrung zuführen. Und später in der Nacht sollte u.a. Gelegenheit sein (hallo lieber HD/DVD-Recorder, es kommt wieder Arbeit auf dich zu), mal zu schauen, wie zierlich, winzig und früh­kindlich jung (angeblich) sechzehn­jährige turnende Mädchen aussehen.
:nonono:

Wer hätte etwas anderes erwartet?

Wednesday, den 30. Juli 2008

Journalisten haben im Olympia-Pressezentrum lediglich zensierten Internetzugang:

Ausländische Journalisten werden während der Olympischen Spiele in Peking keinen freien Zugang zum Internet haben. Nach Klagen von Journalisten, dass im Pressezentrum zahlreiche Internetseiten gesperrt sind, hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Zensur bestätigt: »Ich bin enttäuscht, dass der Zugang nicht größer ist. Aber ich kann den Chinesen nicht sagen, was sie tun sollen«, rechtfertigte sich der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, heute in einem Interview.

Dazu fällt mir eigentlich nur zweierlei ein:

  1. Es wird nicht wirklich jemand ernsthaft behaupten wollen – auf die Gefahr hin, sich restlos unglaubwürdig zu machen –, dass man freien Informationszugang und freie Informationsverbreitung in China hätte erwarten können. Olympische Spiele hin oder her.
  2. Ebenso zweifelsfrei bin ich davon ausgegangen, dass von Seiten des IOC –außer gefälliger, eventuell missmutig angehauchter Hinnahme – keinerlei kritische Aktivität im Hinblick auf solcherart staatliche Informationszensur zu erwarten war.

Ich meine, im Sinne beharrlich und gebetsmühlenhaft vorgetragener Sprachformeln, es geht doch wirklich nur um den Sport … nein, es geht um Politik … nein, doch um den Sport. Nein, die Politik. Oder die Wirtschaft? Genau! Darum geht’s auch.

Ach wie ungelegen …

Saturday, den 12. Juli 2008

Ach, das kommt jetzt aber ungelegen:

»Erster Dopingfall bei der Tour«

Da hat es doch glatt einen bekannten spanischen »Radsportler« erwischt! Und sogar einen »Einzelfall«, wie sein spanisches Team sofort wusste. Welch ein Zufall gar! Man verstehe gar nicht, wie das passieren konnte. Mist aber auch, denn ich verstehe das schon, es ist doch ganz einfach:

Doping klappt eben nicht immer so perfekt, dass es unentdeckt bleibt. Manch eines in der großen Herde der schwarzen Schafe fällt eben doch auf, das Spannende ist dabei, dass man im Voraus nicht weiß, welches jeweils seine weiße Tarnwolle fallen lässt.

Dieses Schaf war jedenfalls schon seit langem als Doping-affin bekannt.

Update am 17. Juli gegen 22:25 Uhr:

Ei wie? Ich komme ja mit meinen kleinen Dopingnotizen kaum hinterher. Hat es doch gestern glatt einen weiteren spanischen und heute einen italienischen Dopingprofi bei der großen Rundfahrt erwischt.

Im heutigen Fall hat sich das ganze Team unverzüglich von der Veran­staltung zurückgezogen, mit der Begründung … nun gut, sie werden ihre Gründe haben. Der gedopte Fahrer übrigens war bezeich­nenderweise schon zweimaliger Etappen­sieger bei Bergetappen, aktuell bester Bergfahrer und bester Jungprofi, und er war auch in der Vergangenheit schon zumindest einschlägig verdächtig aufgefallen.

Update am 19. Juli gegen 22:15 Uhr:

Das o.g. spanische Team, das sich nach dem aufgedeckten Dopingfall seines Topfahrers flugs von der Tour zurückzog, hat womöglich einen weiteren Dopingfall auf der Kappe.

Dazu passt die heutige Aufdeckung der ARD um die Doping-Vorbereitungs­tätigkeiten, die ein spanisches Universitäts­labor offenbar unverhohlen Profi­teams anbietet, recht gut, die mir zeigt, dass man es in Spanien mit professionell organisiertem Doping tatsächlich weiterhin ernst meint.

Warten wir einfach auf weitere aufzudeckende Betrugsfälle … :sadsad:

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