Thursday, den 17. Februar 2011
Egal, wie unser Herr Verteidigungsminister seine Dissertation erstellt hat, ob nun absichtlich unter großzügiger Verwendung und damit Aneignung nicht gekennzeichneter fremder Inhalte (einschließlich der Übernahme von Rechtschreib- bzw. Zeichensetzungsfehlern, was nicht geprüftes Copy&Paste anzeigt) oder schlampig abgefertigt mit auffällig vielen umfangreichen, nicht gekennzeichneten und referenzierten Zitaten, klar ist in beiden Fällen für mich jedenfalls Folgendes:
Eine solche Arbeit kann in meinen Augen niemals mit der Bestbewertung »summa cum laude« beurteilt werden. Zur Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit gehören (nicht nur) meiner Meinung nach unabdingbar auch die Erfüllung formaler Qualitätskriterien.
Mir drängt sich dabei einfach unwillkürlich die Frage auf, ob hier nicht etwa eine akademische Gepflogenheit offenkundig wird, die wissenschaftlichen Qualitäten unseres Top-Politnachwuchses großzügig, sozusagen nach Gutsherrenart (sic!), karrieredienlich zu schönen?
Ps: Ich habe keinen Doktortitel, aber einen Magistergrad, zu dessen Erlangung ich neben anderen Prüfungen eine umfangreichere wissenschaftliche Arbeit einreichen musste. Dabei sind die Ansprüche an wissenschaftliche Originalität und Qualität sowie hinsichtlich eines gewissen erschöpfenden Umfangs selbstverständlich deutlich geringer als bei einer Dissertation.
Meine Abschlussarbeit ist jedoch völlig frei von formalen Fehlern und sämtliche übernommenen Textpassagen sind als Zitate gekennzeichnet und referenziert. Angesichts dieser peinlichen Affäre sehe ich mich nun doch veranlasst, nach vielen Jahren wieder einmal ein Stück weit stolz auf meine damalige (geringe) wissenschaftliche Arbeit zu sein.