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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Kulturelles'

Neues Lesefutter in Originalsprache

Wednesday, den 10. Mai 2006

Nachdem ich zuletzt wieder einmal (interessiert, erfolgreich, begeistert) begonnen habe, Literatur in Originalsprache zu lesen, habe ich mich heute gleich mit zwei neuen Büchern eingedeckt:

In Cold Blood
Truman Capote, 1965 (Random House, Vintage Intl. 1994)
ISBN 0-679-74558-0
Timbuktu
Paul Auster, 1999 (London 1999, Faber and Faber Ltd.)
ISBN 0-571-20104-0

Ich hoffe, dass ich noch im Sommer dazu komme, beide zu lesen. Besonders auf den auf Tatsachen basierenden dokumentarischen Roman von Capote bin ich sehr gespannt. Es geht – ganz kurz – um die Rekonstruktion und Ergründung eines völlig sinn- und grundlosen Mordes an einer ganzen Familie in Kansas im Jahre 1959, der damals wohl die Öffentlichkeit der ganzen USA erschüttert hat.

Rein fiktiv ist dagegen der Roman, den ich gerade lese:

Velocity
Dean Koontz, 2005 (HarperCollinsPublishers)
ISBN 0-00-719697-0

Damit lese ich zum ersten Mal ›einen Koontz‹ im amerikanischen Original. Trotz der typisch bildreichen Sprache des Autors und seiner elaborierten und detailreichen Schilderungen gelingt mir das Lesen ausgesprochen flüssig – und es macht eine Menge Spaß, das einmal ohne die Verfärbungen durch Übersetzungen zu erleben. (Zur Sicherheit ein Wörterbuch griffbereit liegen zu haben, kann dabei trotzdem nicht schaden. Deswegen muss man sich nicht schämen.)

Ich kann einen solchen Griff zum Originaltext wirklich empfehlen. So ganz nebenbei bleibt man sprachlich in der Übung bzw. kann sogar bei Gelegenheit den eigenen Horizont der Ausdrucksfähigkeiten in der Fremdsprache erweitern.

Und man lernt die Tatsache kennen, dass deutsche Taschenbücher von der Papier- und Druckqualität her erheblich hochwertiger sind als das, was uns von über dem Kanal oder dem großen Teich herübergeschwappt kommt…

Wirtschaftsschädling

Friday, den 5. Mai 2006

Vor einer knappen halben Stunde sprang mein DVD-Recorder an, um mein Freitagabend-Fernsehprogramm (Drei Crime-Serien auf Kabel1) aufzuzeichnen, auf dass ich es mir nach 23 Uhr reklamebefreit anschauen kann.

Und während ich jetzt diesen Artikel schreibe, erfreue ich mich an Symphonie Nr. 3 von Gustav Mahler in der Einspielung des RSO Frankfurt unter Eliahu Inbal vom April 1985 (Denon Records). Zur Zeit rotiert deren erste von zwei LP-Scheiben auf meinem Thorens TD 147 vom Januar 1983.

Dabei fiel mir gerade auf, dass beides – diese Einspielung in technischer wie interpretatorischer Hinsicht wie auch das abspielende analoge Gerät – absolut auf der Höhe der Zeit sind und keinerlei Updates in irgendeiner Hinsicht benötigen.

Das Orchester wurde übrigens kürzlich umgetauft in »hr-Sinfonieorchester« und damit stärker in den Zusammenhang des betreibenden Senders gestellt. Und es übernimmt nach Hugo Wolff Chefdirigent Paavo Järvi dessen künstlerische Leitung.

Hmm… hervorragende alte Musik auf hochwertigem altem Gerät, TV-Serien ohne Reklame? Nicht nur Freitags wird hier offenbar gewaltig der Wirtschaftsstandort geschädigt…
:shock:

Naja, nobel geht die Welt zugrunde…

Paul Auster, oder: Lesen über die Letzten Dinge

Tuesday, den 2. Mai 2006

Habe in den letzten Tagen eine interessante Leseerfahrung gemacht:

In the Country of Last Things
Paul Auster, New York 1987 (London 2005, Faber and Faber Ltd.)

In Deutsch unter dem Titel Im »Land der letzten Dinge« als Taschenbuch (bei Rowohlt) erhältlich.

Worum geht’s? Ich zitiere kurz vom Buchrücken:

This is the story of Anna Blume and her journey to find her lost brother, William, in the unnamed City. Like the City itself, however, it is a journey that is doomed, and so all that is left is Anna’s unwritten account of what happened.

(more…)

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