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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Archiv der Kategorie 'Kulturelles'

Vom Tagebuch zum Weblog

Thursday, den 6. März 2008

@absolut privat!? – Vom Tagebuch zum Weblog

Museum für Kommunikation
Frankfurt, Schaumainkai 53 (Museumsufer)
Vom 6. März bis 14. September 2008
Dienstags bis Freitags 9–18 Uhr
Samstags, Sonn- und Feiertags 11–19 Uhr
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Stock und Buch

Friday, den 8. Februar 2008

Kaum guggstu nach Westen in Richtung Rhein/Mosel, kommt schon ein Stöckchen angesemmelt. Kurz geduckt und prompt hinterhergerannt, wie immer, fordert es mich auf:

  1. Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten
  2. Schlage Seite 123 auf
  3. Suche den fünften Satz auf der Seite
  4. Poste die nächsten drei Sätze
  5. Wirf das Stöckchen an fünf Blogger weiter

Schaung wer mal …

»Diane!«, rief er. Sie bedeutete ihm ruhig zu sein und lächelte nervös in meine Richtung. »Es ist nur so ein Gadget«, flüsterte sie und nickte uns beiden zu, bevor sie wieder nach draußen schlüpfte.

Das Buch, aus dem diese Passage stammt, ist … das dritte Buch in meiner Nähe mit mindestens 123 Seiten. :mrorange:

OK. Der Roman hat in einem der letzten Jahre den Hugo-Award für den besten Roman gewonnen.

Werfen tue ich von hier aus nichts mehr, denn ich habe inzwischen zu oft das Pech gehabt, lesen zu müssen, dass meine Wurfziele generell auf keine Stöckchen reagieren.

Wer es also haben will: Hol’s Stöckchen!

Nachtrag 21. Februar, 8:25 Uhr:

Ich hatte ursprünglich aus Versehen die Passage von Seite 122 zitiert. Das habe ich soeben korrigiert. Halb-stillschweigend sozusagen.

Bloggen? Klar, was soll’s?

Wednesday, den 6. Februar 2008

Die deutsche Blogosphäre erscheint mir ja nach wie vor in Selbstbenabelschauung versunken. Jedenfalls, wenn ich mir die einer breiten Öffentlichkeit bekannten »Reichweitenblogs« anschaue. Da gibt es die diskussionsähnlichen Veranstaltungen zu dem ganz wichtigen Thema, ob Blogger Journalisten sind, sein können (Qualitäzjournalisten!) – ohne dass zuvor einmal abgeklärt würde, ob heutige Journalisten überhaupt noch welche sind. Da gibt es die SEO-Diskussion, in der es im Wesentlichen darum geht, wie man mit Blogs irgendetwas anstellen kann, das man für Suchmaschinen zum Zwecke des Gewinnerwerbs optimiert. Dabei geht es aber schon gar nicht um Inhalte an sich. Und es gibt die ewige Diskussion um die ethische Rechtfertigung von Werbung, für die man doch so langsam mal eine Ethikkommission gründen sollte. Die dann wiederum eine Menge Diskussionspapiere produziert, über die man anschließend auf Barcamps oder ähnlichen Veranstaltungen streiten kann. Und im Moment reibt sich die Szene mit energisch unbeirrbarem Blick nach innen an der Magazin-Diskussion, also an der Idee, Blogs im Magazinstil zu layouten. Was immer das außer Kästchendesign mit lauter kleinen Artikel-Teaserböxchen, durchsetzt von kaum unterscheidbarer Reklame, noch alles bedeuten mag.

Wie dem auch sei, es ist in jedem Fall irrelevant, außerdem ist jetzt Mitternacht und damit Zeit für mein Buch im Bett nebst anschließender Nachtruhe.

Deswegen abschließend ein Zitat von Mike Schnoor aus seinem heutigen Artikel zur Blogkultur:

Warum bloggt das Volk eigentlich nicht? So fragt Robert [Basic] seine Leser auf der Suche nach einer Allgemeinformel der bloggischen Daseinsberechtigung. Die persönliche Blogkultur läuft immer auf das Individuum mit seinen Wünschen, Träumen, Zielen und Charakteristika hinaus. Damit ist auch das wichtig, was das Individuum sagen will. Und schließen wir spezifische Projektblogs oder Corporateblogs für Zwecke des Marketings und der Public Relations hierbei aus, weil dabei das einzelne Thema oder Unternehmen irgendwie doch im Vordergrund steht, so lässt sich beobachten: Bloggen ist Individualismus. Bloggen ist der öffentliche Seelenstriptease mit Coming-Out. Blogkultur ist die Macht des einzelnen Schreiberlings sein Gedankengut zu formulieren.

Dem füge ich – geradewegs zustimmend – nichts hinzu. Gute Nacht. :sleeep:

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