Zielgruppenprogramm nach Vorschrift?
Tuesday, den 15. Januar 2008
Zur Lage der Drehbuchautoren in Deutschland
Lassen deutsche TV-Sender ihre Serien- und Filmreihen von »ihren« Autoren nach marktforscherisch vermeintlich genau ermittelten Zielgruppenvorstellungen schreiben? Nils meint das annehmen zu können und schreibt:
Die Schreiberlinge vom Fernsehen sind nicht organisiert und wenn sie den Mund aufmachen, stehen schon zehn andere, hungrige Autoren in der Schlange, die eine TV-Sendung für noch weniger Geld schreiben. Wobei es anscheinend auch nicht mit einem Entwurf getan ist. Deutsche Schreiber müssen wohl – aus Angst vor den Sendern – immer gleich mehrere Geschichten abliefern. Viel wird vermutlich für die Tonne produziert.
Und er bezieht sich auf einen Artikel in der Online-FAZ, in dem es u.a. heißt:
Es gibt hierzulande kein über die Jahrzehnte gewachsenes Studiosystem. Stattdessen geben die Fernsehsender den Ton an. Und die meist freischaffenden Autoren spielen eine gänzlich andere Rolle als in den Vereinigten Staaten. »Wir werden nicht als Kreatoren begriffen. Uns kann jeder reinreden«, erklärt Johannes W. Betz, von dem unter anderem das Buch zum Sat.1-Filmerfolg ›Der Tunnel‹ stammt. Bücher werden in der Regel von Produktionsfirmen und Sendern angestoßen, und die haben sehr genaue Vorstellungen von dem, was geschrieben werden soll. Vor allem die Sender weichen oft keinen Millimeter von ihren Zielgruppenvorgaben ab, deren Vorlieben in aufwendigen Marktforschungen ermittelt wurden.


