Nachtsicht-Überwachung im Kino
Tuesday, den 3. Mai 2005
Mehrere Kinobetreiber “prüfen” die Anschaffung von portablen Nachtsichtgeräten zur Überwachung von Kinobesuchern, wie heute im Heise-Newsticker zu lesen. Hiermit sollen die sogenannten “Raubkopierer” wirksamer bekämpft werden.
Abschwächend, und erst auf den zweiten Blick als argumentative Finte durchschaubar, erklärt ZKM-Geschäftsführerin Esser laut Heise-Artikel, es sei an den Einsatz der Geräte nur in “Verdachtsfällen” gedacht. Es werde keine fest installierten Apparate geben, “wo jemand seinem Voyeurismus nachgehen kann.”
Tatsächlich ist diese Aussage völlig ohne jede Relevanz, denn dass da “jemand seinem Voyeurismus nachgehen kann”, interessiert ja überhaupt nicht. Das ist gar nicht das Thema. Das Thema ist vielmehr, dass die Kunden, die man offenkundig pauschal für potenzielle Kriminelle hält, beim Kinobesuch zu überwachen sind.
Und genau das, vermute ich stark, wird man, wenn solche Überwachungsinstrumente angeschafft sind, in größtmöglichem Umfang tun. Da hilft auch der Augenwischer nicht weiter, Glaubwürdigkeit herzustellen, “dass der Schutz der Intimsphäre der Nutzer natürlich ein Thema sei.”
Klar, ein Thema für die PR-Mülltonne und zum Ablachen hinter verschlossenen Konzerntüren. Und wer’s glaubt, wird selig, denn wie wir alle wissen, sind wir ja inzwischen Papst.
via Pepino
(BtW: Erstaunlich, wie mir beinahe täglich neue Gründe vor die Hufe fallen, nicht mehr ins Kino zu gehen…)


