Wie man in einen Fettnapf treten kann…
Wednesday, den 31. Mai 2006
…und anschließend Prügel dafür bezieht, zeigt die kleine öffentliche Erregung, die Gerrit van Aaken mit seinem Spendenaufruf in eigener Sache losgetreten hat.
Es entwickelte sich dort eine interessante Kommentardiskussion, wie parallel auch in Erics Weblog, der seinerseits einen Artikel in dieser Angelegenheit schrieb.
Es werden Vergleiche mit den allgelegentlich anzutreffenden »Donate«-Buttons angestellt. Es werden Parallelen gezogen zwischen Menschen, die wirklich bedürftig sind und nicht offensichtlich um Spenden betteln und uns wohlgenährten Wohlstandskindern, die es nach beständiger trendorientierter Erneuerung unserer Luxusgüter dürstet. Es wird sich empört und gutgeheißen, die Ansichten pendeln zwischen »So etwas macht man nicht« und »War da was?«
Ich denke, dass die Aktion von Gerrit sicher augenzwinkernd gemeint war, ebenso sicher auch motiviert durch eben die leiseren Anstöße mittels der genannten Buttons, wie sie andernorts ab und zu anzutreffen sind. Er selbst hat das wohl schon einmal vergeblich versucht.
Passiert ist in Folge seiner Aktion aber genau das, was in seltenen Fällen (zum Glück) Werbetreibenden mit einer Werbemaßnahme passiert:
Sie – und Gerrit – haben den »worst case«, den ungünstigsten anzunehmenden Umstand nicht beachtet, der eintreten kann. Und zwar genau dann, wenn eine Aktion beim Rezipienten eine Assoziation hervorruft, deren Realität sozial und/oder ethisch geächtet ist. Oder, im abgeschwächten Fall, eine Assoziation, die das Gegenteil dessen wahrnehmen lässt, was beabsichtigt ist.
Ich erinnere mich an den seinerzeit vielgerühmten Werbespot einer Bank, der Stationen aus dem erfolgreichen Lebensweg eines kleinen Jungen mit dressiertem Hund bis zum jungen Mann zeigt, der schließlich »mein Berater« bei dieser Bank sein könnte. Meine unmittelbare Assoziation in diesem Fall war diese:
Aha, mein Berater ist ein Trickbetrüger!
Ich schließe diesen kleinen Exkurs nun damit, dass ich die Angelegenheit als etwas unglücklich und nicht wirklich bedacht ansehe, daraus aber natürlich keinen Strick knüpfen, stattdessen weiterhin gerne und mit viel Spaß in Gerrits Blog lesen (und ab und zu kommentieren) werde.


