Bionade: wohl dumm gelaufen?
1. September 2009 – 19:25 Uhr
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich verkündet, dass ich ab sofort keine Bionade mehr kaufe (und trinke). Damals wurde eine Preiserhöhung um etwa dreißig Prozent verkündet mit dem in meinen Augen überheblichen Argument, dass man es tue, weil man es als Marktführer müsse (also könne). Also aus rein marktstrategischen Erwägungen heraus.
Gestern lese ich in der Frankfurter Rundschau, dass der Mehrheitseigner am Unternehmen seinerzeit diese Preiserhöhung durchgesetzt habe. Ich schätze, weil es der ›Optimierung‹ der Rendite dienen sollte. Also schlicht, weil man eben es konnte und wollte. Das gewünschte profitable Unterfangen ist aber wohl nicht so ganz unproblematisch und ›zielführend‹ gewesen.
Dazu heißt es vom damaligen wie heutigen Bionade-Chef:
»Es tut uns unendlich leid, dass wir von manchen als raffgierig angesehen werden«, sagte Kowalsky dem Spiegel. Die Preiserhöhung sei eine mehrheitlich getroffene Entscheidung mit Rhön-Sprudel gewesen. »Wir allein hätten es in mehreren Schritten gemacht.«
Und kurz darauf laut FR:
Mit der Preiserhöhung im vorigen Jahr wollte sich Rhön-Sprudel finanziell Luft verschaffen.
Manchmal braucht es offenbar mehr als ein Jahr – zuzüglich des Ausbleibens des erwünschten Erfolges – damit hinter den Marketingphrasen die ökonomische Wahrheit ans Licht kommt.
Was mich im Nachhinein in meiner Entscheidung bestätigt und bestärkt, auch weiterhin auf Bionade zu verzichten. Ich brauche das einfach nicht, dieses marktradikale Großgetue irgendwelcher Investoren, die wirklich absolut keinerlei Interesse an ihren Produkten haben abseits des ausschließlichen Interesses an maximalem Profit. Danke vielmals, suhlt euch bitte ohne meinen finanziellen Beitrag in eurem Marktführergedusel.
Denn es gibt Alternativen, und eine davon habe ich gefunden, und ich fühle mich bei Adelholzener, einem nicht unbekannten bayerisch-alpenländischen Erzeuger von (u.a.) Mineralwasser und Limonaden (auch Bio-Limonaden, die ich bevorzuge) allemal besser aufgehoben.
Neben der für mich überzeugenden Qualität der Produkte, die in meiner Umgebung im Biohandel zu durchaus fairen Preisen erhältlich sind gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der mir dieses Unternehmen sympatisch macht.
Ach … dafür zahle ich dann übrigens gerne einen etwas höheren Preis!

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