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Pentax K200D: Erste Erfahrungen und Erkenntnisse

1. Juni 2009 – 21:53 Uhr

An den beiden Feiertagen konnte ich ein paar erste Bilder mit der neuen Kamera aufnehmen. Nach der Lektüre eines erklecklichen Teils des Handbuchs bin ich inzwischen auch einigermaßen bzw. grob im Bilde, was die Funktionen und Einstellungen der K200D angeht. Wirkliche Übung und Routine werden sich zweifellos erst im Lauf der nächsten Wochen und Monate einstellen.

Das »Feeling«

Die Kamera fühlt sich wirklich gut an. Auch wenn die zahlreichen Knöpfe großzügig über das Gehäuse verteilt sind, lassen sie sich doch alle gut erreichen. Das Gehäuse ist wirklich griffig und alle Knöpfe und Schalter sind wohl­definiert zu bedienen. Die Einheit aus Gehäuse, Kit-Zoom 18-55mm inklusive vier NiMH-Akkus würde ich noch als angenehm leicht bezeichnen. Den mitgelieferten Tragegurt übrigens finde ich etwas kurz bemessen.

Fotografieren – eine Fülle an Möglichkeiten

Die Kamera bietet wie die meisten modernen DSLRs eine große Zahl an auto­matischen Programmen bis hin zum rein manuellen Betrieb, bei dem man weitreichende Einstell­möglichkeiten hat. Meine Präferenz wird wie früher sicher die sogenannte Zeitautomatik oder Blendenvorwahl sein, da ich bevorzugt statische Motive fotografiere und deswegen eher Kontrolle über die Schärfen­tiefe brauche als über die Belichtungs­zeit. Dass die einfachen Pentax-Objektive keinen Blenden­ring haben, stört mich eher wenig, da das kamera­seitige Einstell­rädchen für meinen Daumen sehr gut zu bedienen ist.

Datenformate – RAW und JPEG

Die K200D bietet drei Möglichkeiten, Bilder zu speichern:

  1. RAW-Format: Pentax PEF oder DNG (Adobe)
  2. RAW-Format plus JPEG
  3. JPEG

Ich habe alle drei Möglichkeiten ausprobiert. Variante 2 benötigt natürlich den meisten Speicher­platz, hat aber den Vorteil, dass man ohne weitere Bearbeitung sofort ein vollwertiges Bild zum Anschauen und Zeigen verfügbar hat. Das RAW-Bild kann man schließlich auf einem Sicherungsmedium ablegen, wenn das JPEG für den aktuellen Zweck ausreichen sollte.

Tatsächlich werde ich aber wohl zukünftig lediglich RAW-Dateien speichern lassen – abgesehen vielleicht von Foto-Gelegen­heiten, wo ich einfach nur ein paar ›schnelle‹ Bilder ohne weiter­gehende Ansprüche schießen will. Die alleinige Nutzung des RAW-Formates dagegen hat einen besonderen Aspekt zur Folge, auf den ich am Ende noch einmal zu sprechen komme.

Genauere Angaben übrigens zur Qualität der kamera­seitig gespeicherten JPEGs kann ich noch nicht machen. Ich habe nämlich verschie­dentlich gelesen, dass die JPEG-Engine von Pentax nicht gerade die beste auf dem Markt sein soll (im Gegensatz z.B. zu Olympus).

Erste Testbilder

Jetzt zeige ich einmal für einen ersten Eindruck vier meiner Testbilder. Sie basieren auf RAW-Dateien, ich habe sie sowohl leicht beschnitten im Hinblick auf die Bild­wirkung des jeweiligen Motivs, als auch vor dem JPEG-Export auf grob die halbe Dar­stellungs­größe verkleinert. Als JPEG-Komprimierung habe ich jeweils 90 Prozent eingestellt, bin also nahe am Maximum geblieben, was die JPEG-Qualität angeht.

Demobild 1 Demobild 2
Demobild 3 Demobild 4

Auszüge aus den EXIF-Metadaten der Bilder:

  1. ISO 100, Brennweite 18mm, f/6.7, 1/350s
  2. ISO 100, Brennweite 55mm, f/5.6, 1/89s
  3. ISO 400, Brennweite 35mm, f/4.5, 1/19s
  4. ISO 400, Brennweite 23mm, f/4.0, 1/30s

Bei den beiden U-Bahn-Bildern hatte ich den »Shake Reduction« genannten Verwackel­schutz eingeschaltet, der, soweit ich verschie­dentlich lesen konnte, als wirklich wirkungsvoll eingeschätzt wird.

Ich bin mit meinen ersten Testbildern doch ausgesprochen zufrieden. Sie entsprechen ziemlich genau dem, was ich im Vorfeld meiner Kauf­über­legungen und Informations­bemühungen glaubte, erwarten zu können. Im Laufe der nächsten Wochen werde ich sicher genauere Ermittlungen anstellen im Hinblick auf das Rausch­verhalten bei verschiedenen ISO-Einstellungen, um diesen Aspekt bei zukünftigen Foto-Touren unter kreativer Kontrolle zu haben.

Demnächst also sicher noch mehr zu diesem und anderen Themen im Rahmen meiner neuen Kamera.

Jetzt noch zu einem anderen Punkt, der die Bildverarbeitung angeht:

Software – die Systemfrage

Bekanntlich arbeite ich inzwischen nahezu ausschließlich unter Linux (Ubuntu) und nutze Windows XP nur noch, wenn ich keine Alternative habe. Es stellte sich mir also die Frage, wie ich mit RAW-Dateien umgehen soll und kann. Über das ubuntuusers-Wiki hatte ich schnell herausgefunden, dass es mit RawTherapee einen freien und leistungs­fähigen RAW-Editor und -konverter gibt, der eine große Zahl von Kameras und Hersteller­formaten kennt und vielseitig verarbeiten kann. RawTherapee ist übrigens mit vielen Sprachpaketen und auch für Windows erhältlich.

Auch hier muss ich natürlich noch viele Möglichkeiten und Handgriffe erkunden, aber mein erster Eindruck ist sehr gut: Das Programm scheint wirklich sehr leistungs­fähig und funktions­reich zu sein, und die Bedienung entspricht wohl in etwa den üblichen Standards solcher Programme.

Die originale Pentax-Software konnte ich noch nicht ausprobieren. Das werde ich aber sicher irgendwann nachholen.

Da war noch …

Der besondere Aspekt: Das Arbeiten im RAW-Format hat einen Nachteil, der sich bei genauerer Betrachtung eigentlich als Vorteil erweisen sollte. Da RAW-Bilder nicht ohne Weiterverarbeitung präsentabel sind (z.B. im Blog oder im Rahmen einer ›Diashow‹ am Bildschirm), muss man sich im Grunde mit jedem einzelnen Foto wirklich beschäftigen:

  • Stimmt die Belichtung? Der Weißabgleich? Die Schärfe? Farben, Sättigung und Kontrast?
  • Stimmt der Bildausschnitt? Die Bildausrichtung?
  • Wie ist das Rauschverhalten, benötige ich eine Rauschfilterung?
  • u.a.m. …

Anschließend entscheidet man sich für die zweckdienliche Bildgröße und exportiert JPEGs mit maximaler Qualitätskontrolle.

Das alles macht Arbeit und kostet Zeit, und da der Mensch bekanntlich ich faul und bequem bin, werde ich meine Bilder sehr viel sorgfältiger begutachten und je nach Zweck zur Veröffentlichung oder Präsentation auswählen. Und dazu dienen die bearbeiteten JPEGs, im Zweifelsfall bloß temporär, während ich die originalen RAW-Dateien auf Speichermedien archivieren werde.

Creative Commons License
Dieser Inhalt (Textbeitrag und Fotos) ist unter einer Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND lizenziert.

4 Kommentare zu ›Pentax K200D: Erste Erfahrungen und Erkenntnisse‹

  1. banane

    Ich nutz auch nur noch das RAW Format macht einfach mehr Spass, die digitalen Bilder zu “entwickeln”.
    Ich nutz dafür unter Windows Lightroom, da die Pentax-Programme irgendwie nicht so toll waren.
    Wirds einen Testbericht von RawTherapee geben? Fände ich interessant.
    Die “Shake Reduction” ist tatsächlich recht wirkungsvoll, immerhin schafft man damit so manche Aufnahme freihand, wo eigentlich ein Stativ angeraten wäre.
    Als Akkus würde ich übrigens die Sanyo Eneloops empfehlen, die halten wirklich sehr lange durch, auch lange Lagerung führt nur zu minimaler Entladung und sie sind als 4er-Pack mit um die 10 bis 15 Euro auch noch recht preiswert.

  2. Markus

    Die optische Qualität der Jpegs hängt stark von der Eingestellten Scharfzeichnung ab. Der Imageprozessor der K200 geht da zT. ziemlich hart ran.

    http://knieb.es/journal/pentax-k200d-sharpness-adjustment

  3. Boris (Autor)

    @Markus: Irgendwie scheine ich da im Moment voll auf dem Schlauch zu stehen. Wo kann ich diese Einstellungen machen? Ich finde irgendwie nichts, weder in den Kameramenüs noch im Handbuch …
    :unsure:

    Ähh… OK, ich hab’s gefunden. Diese Einstellung lässt sich nicht in jedem Aufnahmemodus machen. Jetzt ist alles klar.

  4. Markus

    Einschalten -> FN-Taste -> OK Taste (für Menü “Custom Image”) -> mit den Cursortasten nach unten bis “Schärfe” (das “S” im weissen Kreis) -> Cursor Tasten recht/links um die Schärfe zu erhöhen oder zu senken.

    Das Buch aus der Magic Lantern Guide Reihe zur K200D fand ich ganz OK. Zumindest besser als das mitgelieferte;) http://is.gd/MtRR (Link zu Amazon.de)

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