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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Monatsarchiv für Januar 2009

Passend zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Tuesday, den 27. Januar 2009

Heute ist der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Heute vor 64 Jahren – am 27. Januar 1945 – haben sowjetische Truppen der 322. Infanteriedivision das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit.

Im Wikipedia-Artikel zum KZ Auschwitz-Birkenau heißt es:

In Birkenau waren fast 5.800 entkräftete und kranke Häftlinge, darunter fast 4.000 Frauen, unversorgt zurück geblieben. In den desinfizierten Baracken wurden Feldlazarette eingerichtet, in denen die an Unter­ernährung und Infektionen leidenden und trauma­tisierten Häftlinge versorgt wurden.

Einige Tage später wurde die Weltöffentlichkeit über die Gräueltaten informiert. Die Ermittler fanden über eine Million Kleider, ca. 45.000 Paar Schuhe und sieben Tonnen Menschenhaar, die von den KZ-Wächtern zurückgelassen wurden.

(more…)

Bewährtes Verfahren?

Sunday, den 25. Januar 2009

Morgen werden wir wohl erfahren, ob sich Wirtschaftskriminalität (Steuer­betrug) größten Ausmaßes geradezu beispiel­haft bewährt. Ich persönlich habe keinerlei Zweifel, warum die hinter­zogene Steuer­summe am Ende aufgrund eines kleinen, sagen wir einmal, Lapsus gerade eben passend unter der maß­geblichen Million Euro geblieben ist, ab der laut BGH-Urteil neuerdings grundsätzlich eine Haftstrafe ohne Bewährung auszusprechen wäre, wenn nicht triftige Gründe dagegen sprechen.

Na ja, und wer glaubt, dass es deswegen kein wohlgefälliges Gemauschel (»Deals« im Hinter­zimmerchen über Straf- oder Haftver­schonung gegen Geständnis) mehr gibt, weil es just einen frischen Gesetzentwurf dagegen gibt, der glaubt auch m.E. noch an das nächtliche Krokodil unter dem Bett.

Wir werden es wohl morgen erleben – in einem anderen Fall konnten wir die »bewährte« Praxis gerade schon einmal wieder erleben … (via BooCompany)

Nachtrag 26.01.2009:

Zwei Jahre nicht ins Gefängnis, also zur Bewährung ausgesetzt. Also im Grunde gar keine Gefängnisstrafe. Plus eine Million Euro Geldstrafe. OK, immerhin wenigstens eine einigermaßen dicke Verwarnungsgebühr, die aber trotzdem nicht allzu sehr schmerzen dürfte.

Ob solch ein Urteil am Ende nicht Signalwirkung für andere Schwer-Steuerkriminelle hat? Ich meine positive Signalwirkung?

Notleidende Banken

Wednesday, den 21. Januar 2009

Die Jury der »Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres« hat entschieden und kürte den Begriff – die Formulierung

notleidende Banken

zum Unwort des Jahres 2008.

Zur Begründung heißt es:

Sie stellt das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.

Ich könnte jetzt noch hinzufügen, dass Banken mitunter natürlich schon Not leiden. Not an der Bereitschaft zu gesellschaftlicher Verantwortlichkeit, d.h. in Bezug auf einzelne verantwortliche Akteure Not an der Bereitschaft, die möglichen gesellschaftlichen (und wirtschaftlichen) Folgen des eigenen beruflichen Handelns zu reflektieren.
Was auch ein Aspekt sozialer Kompetenz ist …

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  • Boris (Autor) am 20.4.2012:
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