Zu den Artikeln...

dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

Zur Top-Navigation...

Blogparade: Mein erstes Auto

12. Oktober 2008 – 23:43 Uhr

Und noch’n Blog … eröffnet eine Blogparade und fragt nach unserem ersten eigenen Auto.

Mein erstes Auto war ein VW Käfer 1500LS, Baujahr 1968. Dieses Modell sah so aus wie der hier im Wikipedia-Artikel abgebildete 1300er, meiner war jedoch himmel-hellblau. Der 1500er hatte gegenüber dem 1300er 200 cm3 Hubraum und 4 PS mehr (44 PS/32 kW), was in vor allem in den ersten beiden Gängen richtig flott machte.

Er war mein Erbstück meines Opas väterlicherseits, damals im Sommer 1979. Da war ich 19 und hatte ein gutes halbes Jahr meinen Führer­schein. Und ich liebte die Kiste! Nach knapp mehr als zwei Jahren trennten sich leider unsere Wege, meiner führte in die Zukunft bis heute, seiner endete damals auf dem Schrottplatz, weil ich ihn in einem selbstverschuldeten Unfall schrottreif zerlegte. Was ich bis heute bedaure.

:sadsad:

In diesen gut zwei Jahren erlebten wir gemeinsam fast 30.000 Kilometer Fahrt (ca. Km 105.000 bis Km 135.000) zuzüglich gefühlter 5000 Kilometer defekt­bedingter Standzeiten – damals hatten Autos noch mehr kurzlebige Verschleiß­teile als heutige Auto­modelle, ich darf mal aus der Erinnerung leicht überspitzt resümieren:

In der großen Autoabteilung der Baumarktkette war man mit den damaligen Autos, wenn sie schon über zehn Jahre alt waren, oft gesehener Kunde. Nach drei- bis viermaligem Justieren des Kontakt­abstandes (ja, Unterbrecher­kontakte!) im Verlauf von etwa zwei Monaten war regelmäßig der Austausch des recht billigen Bauteils fällig. Bei jedem zweiten derartigen Einkauf nahm man dann am besten gleich noch einen neuen Keilriemen und vier Zündkerzen mit, weil die sowieso gleichzeitig fällig waren. Wenn man schon mal die Motorhaube offen hatte …

Mindestens einmal im Jahr gab es zwei neue Auspuff-Endrohre, weil die Sieb­einsätze der alten durchvibriert waren und die Kiste unan­genehm zu rasseln und zwitschern begann. Ersatz-Glühbirnen und Sicherungen hatte man im Kästchen im Handschuh­fach liegen, weil das damals schlicht Verbrauchsartikel waren.

Nein, von den gelegentlichen Durchrostungen und zugehörigen Ausbes­serungs­arbeiten berichte ich jetzt nicht.

Ich mochte den Käfer. Wie er sich anfühlte beim Fahren, aber auch ganz allgemein, haptisch. In beiderlei Hinsicht solide und robust. Dass er mit guten Gürtelreifen satt auf der Straße lag und man ihn auf glatter Straße bedenkenlos freihändig fahren lassen konnte, während man sich eine Zigarette drehte. Leichte Kurven steuerte man einfach mit dem Knie.

Besonderen Spaß gemacht hat der Käfer im Winter: wenn ich am Zielort (Endphase der Schule bzw. Zivildienst) ankam, wurde gerade die Heizung warm und die Scheiben beschlagfrei. Trotzdem bin ich in diesen zwei Wintern gerne gefahren, es machte einfach Spaß, auf schneeglatten Straßen spätabends, wenn kein Verkehr mehr herrschte (hey, das war ’79/’80), den Heckmotor/-antrieb kontrolliert auszureizen.

Wie dem auch sei und bei allen Ärgernissen, die mit einem alten Auto damals verbunden waren, erinnere ich mich heute noch gerne an meinen Käfer. Irgendwie liebte ich ihn und verbinde mit ihm bis heute emotional mehr als mit meinen nachfolgenden Autos – bis vielleicht auf das, das ich heute, inzwischen schon neun Jahre fahre.

:grin:

Leider habe ich von den wenigen Bildern, auf denen mein Käfer zu sehen ist, keine digitalen Kopien und kann mangels Scanner auch auf die Schnelle keine anfertigen. Deswegen kann ich euch das Schmuckstück nicht leibhaftig zeigen.

Creative Commons License
Dieser Inhalt (Textbeitrag und Fotos) ist unter einer Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND lizenziert.

1 Ping-/Trackback(s)

  1. Rund ums Leben » Mein erstes Auto - ein Honda (23.10.2008)

8 Kommentare zu ›Blogparade: Mein erstes Auto‹

  1. Basti

    Und noch ein Blog das sich an Unsinnigen Blogparaden beteiligt!

  2. Boris (Autor)

    Entschuldigung, dass ich nicht zuvor um Erlaubnis gefragt habe, an etwas teilzunehmen, das unsinnig ist. :???:

    Aber halt! Ist ja kompletter Quatsch: Ich bin es immer noch, der entscheidet, was unsinnig ist und was nicht. Wäre ja noch schöner …

    Ergo war es völlig OK, an dieser Blogparade teilzunehmen. :neutral:

    Andererseits kann ich jetzt natürlich nicht mehr feststellen, wie der Artikel wäre, hätte ich ihn nicht als Teil einer Blogparade ausgezeichnet wäre – wenn ich ihn also quasi ohne den einleitenden Satz geschrieben hätte.

    Aber seit doch alle froh, dass ich nur gelegentlich mal an einer Blogparade teilnehme und nicht wie eine Vielzahl Blogger beinahe ständig (auch wenn sie es nicht so kennzeichnen):

    – Jede frohe Verkündigung von Apple führt zu beinahe endlosen Blogparaden
    – Jede frohe oder weniger frohe Verkündigung von Google führt zu beinahe endlosen Blogparaden
    – Jede Verkündigung eines BarCamps führt zu beinahe endlosen Blogparaden
    – Jedes Geburt eines neuen, coolen Web-2.0-Datensammeldienstes führt zu beinahe endlosen Blogparaden

    Äh… gut. So weit wollte ich gar nicht ausholen … :twink:

  3. Ly

    einen Käfer hatte ich auch mal. War aber nicht mein erstes Auto, sondern mein zweites, nachdem ich, wie du, mein erstes, ein quitschgelber R4 ( namentlich Emma), zerlegt habe, schnüff.

    Mein Käfer entpuppte sich als ein echter Herbie mit Eigenleben. Eine Macke war, dass, trotz Nachbesserung, immer wieder die Blinkanlage machte was sie wollte. So konnte rechts blinken links blinken sein oder gar nicht blinken oder eben rechts. Dann, bis ich einen Tüfftler fand der Abhilfe schaffte, musste ich bei parken immer die Batterie abklemmen, weil er Strom zog irgendwo. Ich hab dem Herbie ja unterstellt, das er während ich arbeiten war irgendwelchen amorösen Abenteuern nachging, und sich dabei verausgabte, aber nachweisen konnte ich es ihm nie :twink:
    Hab ihn dann, weil ich mir ihn nicht mehr leisten konnte, an eine Frau verkauft, deren Mann eine Autowerkstatt betrieb. Bin sicher, die hat ihn lange gefahren.

  4. Boris (Autor)

    Zum Zerlegen eines R4 gehörte ja nicht so viel Anstrengung. Ein paar Freunde von mir hatten damals solche Kisten. Meist waren die gar nicht so alt (noch längst keine 11/12 Jahre wie mein Käfer), aber ab und zu standen wir um so einen R4 herum und haben beim Durchrosten zugeschaut.

    :mrorange:

    Nee, war nur Spass!

    Aber gemocht habe ich diese klapprigen französischen Dünnblechkarren (auch den 2CV) nie.

    Am besten war damals ja der Alfasud. Den hatte man als Neuwagen bestellt, beim Händler abgeholt und ist auf dem Heimweg sofort beim Baumarkt vorbeigefahren. Dort kaufte man Glasfasermatten und diese Kunstharzpampe, damit man zu Hause gleich die ersten größeren Durchrostungen zupappen konnte.

  5. Ly

    hey…!!!

    Aber Recht hast du! Ich hab den R4 von meiner Mama übernommen, der dann nach ihrem zweiten Vornamen hieß. Glasfaser war da auch dran. davon brachte ich meinem Papa ders drangebastelt hatte ein Stückchen wieder mit, als Andenken. Tja, es war wirklich nicht anstrengend, die Emma zu zerlegen. Geschah durch einen Auffahrunfall. Während ich an der Ampel als 4. Gas gab und nochmal zur Seite schaute, da war gerade die iranische Botschaft in Bonn, und es war ja gerade der Ajatolla an die Macht gekommen, bremsten die vor mir wieder, warum auch immer. Ich merkte es noch, latschte auf die Bremse, aber der Bremskraftverstärker hatte einen weg, und pumpen war nicht mehr, also fuhr ich so mit knapp tempo 30 bei meinem Vordermann auf, der auf seinen Vordermann huppelte und der wiederum auf seinen. Ein Zeuge behauptete er habe meine Bremsen quietschen hören, was ein Glück für mich :wink:

    Das war das Ende von Emmas Dasein. Zerknautscht, zerbröselt, der Motor hatte auch einen weg. Ade, hab sie direkt in Bonn gelassen. :nonono:

    Aber trotz Glasfaser: wir hatten ne schöne Zeit. :grin:

  6. Alexz

    @4 – Boris:
    Das war jetzt aber gemein!
    Als bekennender Alfisti habe ich gelernt, über die vielen, vielen, vielen kleine Macken hinwegzusehen und immer auch das Gute (Er läuft! Er läuft!) in den Autos von Alfa zu sehen.
    Mittlerweile soll ja Rost nicht mehr das Problem, eher andere Sachen.

  7. Boris (Autor)

    @6. – Alexz:
    Die heutigen Alfas mag ich auch, und Rostprobleme sind längst out. Ich fahre immerhin einen Fiat, und das auch ohne jeden Ärger.

  8. Stefan

    Ich habe damals einen Mazda 323 von meinen Eltern für 900 DM geschenkt bekommen danach wurde es ein Fiat Punto dann Fiat Barchetta dann jetzt ein Audi A2. Aber irgendwie denkt man doch immer wieder gerne an seine Autos zurück und was man damit so erlebt hat!

    Oder habt ihr schon vergessen was ihr mir eurem ersten Auto erlebt habt :mrgreen:

Voriger Artikel: Freiwillig in die Falle tappen?
Nächster Artikel: Abitur-Wünsche

2004-2012 | Layout und Theme »ILoveOrange2« v2.03: Boris Stumpf – dyingeyes weblog | Impressum | Wordpress

Zuletzt Kommentiert:

Kategorien: