Die gefährliche Wolke des Vertrauens
30. September 2008 – 20:59 Uhr
Ralf zitiert Richard Stallman über ›Cloud-Computing‹:
It’s stupidity. It’s worse than stupidity: it’s a marketing hype campaign. (…)
Somebody is saying this is inevitable – and whenever you hear somebody saying that, it’s very likely to be a set of businesses campaigning to make it true. (…)
One reason you should not use web applications to do your computing is that you lose control. It’s just as bad as using a proprietary program. Do your own computing on your own computer with your copy of a freedom-respecting program. If you use a proprietary program or somebody else’s web server, you’re defenceless. You’re putty in the hands of whoever developed that software.
Und Ralf kommentiert:
Die komplette Kontrolle über die eigenen Daten ist für gewisse Dinge alternativlos. Wir haben in unseren Computer-Grundbedürfnissen absurde Dinge wie Hardware-Dongles überwunden, und begeben uns freiwillig in neue absurde Abhängigkeiten. Verstehe einer die Menschen.
Ich verstehe sie, und deswegen füge ich beispielhaft hinzu, mögen auch alle Vergleiche hinken:
Die Kolonisten und Eroberer haben sie, die Ureinwohner Nord- und Südamerikas (also die Amerikaner, die mitnichten dümmer waren als wir demokratisch verfassten Bürger heutzutage) überrumpelt mit billigem Fusel und noch billigeren Glasperlen. Und uns kaufen sie heute mit billiger »Convenience« – Bequemlichkeit und Zweckdienlichkeit. Am Ende verapplen sie uns nach Strich und Faden, microseifen uns ein und googlen uns gekonnt über den Tisch, bis wir gar nicht mehr merken, wie uns geschieht.
Anwendungssoftware und persönliche Daten wie Dokumente gehören m.E. auf lokale Computer und nicht ins Netz. Und wenn man darüber hinaus proprietäre Software gegen quelloffene, z.B. GNU-GPL-basierte Software eintauschen kann – und es gibt inzwischen nahezu umfassend kompatible Alternativen –, dann gewinnt man ein weiteres Stück Unabhängigkeit. man muss sich dazu gar nicht unbedingt die mitunter pointierten gesellschaftspolitischen Positionen Stallmans zu eigen machen.
Weitere Links:
Cloud Computing: 1, 2
Open Source Initiative (OSI)
Free Software Foundation in Deutschland

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Am 1. Oktober 2008 um 01:47 Uhr
Zuweilen ist mir dieser Stallman doch zu extrem.
Auch wenn er Recht hat.
Am 1. Oktober 2008 um 13:06 Uhr
Was da auf uns zu kommt, kann man gerade mal erahnen. Hat man seine Daten erstaml in WWW geblasen, steht man doch ziemlich nackig da.
Auch wenn man die Gefahren erkannt hat und versucht, sich gegen den Strom zu stemmen, den ‘Mob’ wird’s nicht interessieren, weil es ist ja so schön bequem und so.
Den einsamen Rufer in der Wüste hört keiner.
Ich bin gespannt wie es weiter geht!
Am 6. Oktober 2008 um 12:37 Uhr
hm… guter Denkanstoß. Hab auf meinem Lap kein Office, weil ich meine 2000er Versions-CD verdusselt habe. Irgendetwas hemmte mich meine Schreiben bei google-dienst zu verfassen. Jetzt weiß ich wieder was.. Aber noch hatte ich ja meinen alten Rechner stehen. Greifen wir also mal zu Open-Source-Software für den heimischen Lap.