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Blogparade: Shakespeare oder Dan Brown?

10. July 2008 – 0:43 Uhr

Kurz vor Torschluss – was die Verlosung angeht … :mrgreen: … aber das ist nicht wirklich der Punkt – eine Blogparade:

Lilly Berry fragt:

Shakespeare oder Dan Brown? Wie viel Literatur steckt in Euch?

Gehört ihr noch zu der Kategorie Bücherwurm oder hat die Multimedia-Welt euch fest im Griff?

Ich bin Bücherwurm seit meiner Jugend, und ich bin gleichzeitig durch Arbeit und privates Interesse fest verwurzelt in der Internet- und Medienwelt. Beide Interessen beeinträchtigen sich in keiner Weise, im Gegenteil: Durch die Informations­möglichkeiten im Web bin ich inzwischen auf viele Autoren und Bücher gestoßen, die mir vor dieser multimedialen Zeit wahrscheinlich entgangen wären.

Darf es also ein spannender Roman sein oder eher die abendliche Fernsehserie?

Wenn es von der verfügbaren Zeit her geht, beides. Meine nahezu unver­rück­bare tägliche Lese­stunde ist jedoch nachts, vor dem ›Äuglein zu‹. Fernsehen und Filme kommen davor, müssen aber im Zweifelsfall, wenn es sehr spät (früh…) wird, der Lese­stunde weichen.

Herkömmliche Bücher, Ebooks oder Hörbücher?

Ausschließlich ›echte‹ Bücher. Am Bildschirm lese ich keine Literatur, bestenfalls nicht allzu umfang­reiche Fachtexte und Handbücher. Hörbücher gehen gar nicht – ich lese grundsätzlich selbst, denn es ist meine Fantasie, die sich auch an meinen Lese­rhythmus und meinen eigenen ›inneren Ton‹ bindet.

Hardcover oder Taschenbuch?

Wie es kommt. Wenn ich die Wahl habe, Taschenbuch­ausgaben. Einfach aus Preis­gründen. Ehemals vorhandene bibliophile Neigungen habe ich nach dem literartur­wissen­schaftlichen Studium abgelegt. Da ich nicht unbedingt sofort bei Erscheinen die neuesten Bestseller lesen muss, stört mich die Wartezeit auf Taschenbuch­ausgaben in aller Regel nicht. In dieser Wartezeit gibt’s genügend andere Bücher, die auf Lektüre warten.

Bestseller oder Klassiker?

Wie es kommt und was mich gerade interessiert. Ich lese rein nach eigenem Interesse und unabhängig von Labels. Vor allem, wenn diese (meist ja nur deutschen) Labels vorgeben, etwas über Qualität auszusagen. Was schlicht Schwachfug ist.

Sachliteratur oder Belletristik?

Wie es kommt und was mich gerade interessiert. Hab’ ich das nicht eben schon einmal geschrieben? Fachbücher aus verschiedenen Gebieten lese ich nahezu regelmäßig parallel zu literarischen Werken. Da ich das aber oft nur minuten­weise (Pausen, Örtchen-Sitzungen etc.) tun kann, brauche ich für solche Bücher meist mehrere Monate.

Seht ihr im guten, alten Schmöker eine Zukunft oder werden Bücher kommenden Generationen bald gänzlich fremd sein?

Boomt der Buchmarkt nicht gerade? OK, die Verlage jammern, aber das tun alle Unternehmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Das spielt also keine Rolle. Die Buchläden, so weit ich es beobachten kann, sind voll von Buchkäufern und Lesern. Ich sehe in U-Bahnen mehr Leute Bücher lesen als früher, vor vielleicht zehn oder fünfzehn Jahren. Ich glaube kaum, dass sich daran in den nächsten mindestens fünfund­zwanzig Jahren etwas nennenswert ändern wird.

Habt ihr literarische Vorbilder, Lieblingsautoren- oder -romanfiguren?

Wenn ich eine literarische Figur sein müsste, fiele meine Wahl wohl auf Goethes Wilhelm Meister. Weil eine solche Lebens-Bildungsreise wahrhaft unübertrefflich sein muss.
Dean Koontz ist sicherlich zur Zeit mein Lieblingsautor. Inzwischen gesellt sich Barry Eisler energisch dazu. Aber auch einige Autoren ganz anderer Prägung und Genres beginnen mich, nach jeweils einem oder zwei gelesenen Büchern, zu interessieren: z.B. Cormac McCarthy, Pauls Auster, Matt Ruff, Robert Charles Wilson.

Und was ist das letzte Buch, welches ihr gelesen habt bzw. was lest ihr zur Zeit?

Momentan fröne ich wieder stärker meiner alten Liebe Science-Fiction, und zuletzt habe ich Robert Charles Wilsons »Chronos« beendet. Nach einem kurzen dreitägigen Einschub von Ines Geipels höchst erhellenden Doping-Erörterungen »No Limit«, lasse ich mich jetzt gerade von einem weiteren Weltraum-Abenteuer von Jack McDevitt unterhalten: »Die Sanduhr Gottes«.

(Via Fantastische Bücherwelt und libromanie)

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Dieser Inhalt (Textbeitrag und Fotos) ist unter einer Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND lizenziert.

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  1. Milchshake oder Brownies « AlltagsGrauen v7.0 (10.7.2008)
  2. Dan Brown | Lilly Berry (29.7.2008)

1 Kommentar zu ›Blogparade: Shakespeare oder Dan Brown?‹

  1. Anne

    Hi Boris,
    Hab ich doch glatt Thomas Bernhards Romane als feistfettes Taschenbuch ( wirklich riesig und damit eigentlich furchtbar!) ber ich genieße einfach “der Untergeher” sehr, trotz Format.
    Am Bildschirm lese ich auch keine Bücher, auch wenn sie noch so interessant sein mögen, ich will das alte schöne Buch zum blättern
    von Leser zu Leser!

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Zuletzt Kommentiert:

  • Anne am 16.8.2010:
    Hi Boris, Da denke ich dann auch gerne mal an Klaus Kinskiy mit “Von wem ich mich beleidigen...
  • Pepino am 5.8.2010:
    In der Tat, das finde ich sogar sehr beruhigend! PS: Danke für’s erwähnen und für’s...
  • zungenwerk am 21.6.2010:
    …..höchste zeit jemanden zu suchen, der dir auf die harley hilft…..
  • Andi am 20.6.2010:
    Tja, es ist gar nicht mehr so einfach ein Handy zu finden, mit dem man nur telefonieren...
  • Mario H. am 16.6.2010:
    Ach was, das ist viel zu unsicher. Bloß nirgendwo notieren – am besten gleich vergessen.
  • Anne am 14.6.2010:
    Ach weißt Du, Das ist immer derselbe Mist mit den Verkäufern (gerade von Mobiltelefonen), die...

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