Selbst-Verfreibriefung
30. Mai 2008 – 23:58 Uhr
Auf der regierungspolitischen Ebene nähert sich der Telekom-Spitzelskandal anscheinend schon dem sprachgeregelten Ende. Nachdem inzwischen wohl alle relevanten Vordergrundprotagonisten medial wirksam Empörung kundgetan und die üblichen ›drastischen Konsequenzen‹ gefordert haben, sollen nach Willen des Bundesinnenministers (ausgerechnet…) die Telekommunikationsunternehmen eine sogenannte »Selbstverpflichtung« zur Einhaltung des Datenschutzes eingehen.

Bekanntlich ist das die höchste Sanktion, die kriminell agierende Unternehmen in unserem Land – in der Regel – treffen kann. Dazu kennt man sich zu gut und gegebenenfalls mag es sogar eine Frage des Händewaschens sein.
Wie dem auch sei, eine derartige »Selbst-Verfreibriefung« gehen die Unternehmen sicher sehr gerne ein, denn sie ist wohlfeil, hat keinerlei Folgen und ist ganz zuverlässig spätestens in sechs Monaten vergessen.
War sonst noch was los in Hornberg?
Herrschaften, inzwischen verrohen die Sitten in Politik und Wirtschaft doch schon ziemlich drastisch.

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