Vom Tagebuch zum Weblog
6. März 2008 – 16:23 Uhr
@absolut privat!? – Vom Tagebuch zum Weblog
Museum für Kommunikation
Frankfurt, Schaumainkai 53 (Museumsufer)
Vom 6. März bis 14. September 2008
Dienstags bis Freitags 9–18 Uhr
Samstags, Sonn- und Feiertags 11–19 Uhr
Aus meinen Notizen
Themen
- Lebenswerke
- Temporäre Tagebücher
- Zeugenschaft – Rites de Passage – Reise
- Dialog
- Mehrhändigkeit –Adressierung
- Handhabung
- Mobilität – Vorlagen – Einlagen
- Rhythmus
- Tradition
- Chronik und Kalender – Logbuch und Rechenbuch
- Experiment
- Selbstformung – Relektüre
Autoren
- Rainald Goetz
- Abfall für Alle 1998/99
- Anne Frank
- Tagebücher
- Johann Wolfgang von Goetht
- Schreibkalender 1776–1817
- Clara Schumann
- Blumentagebuch 1855
- Hans Gröner/Anke Gröner
- Tagebuchhölzer/Vom Logger zum Blogger
- Franz Kafka
- Tagebuch 1911
- Arthur Schnitzler
- Traumauszüge
- Theodor W. Adorno
- Traumprotokolle 1934–1969
- Hermine Hug-Hellmuth
- Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens 1919
- Nikolaus Ludwig von Zinzendorf
- Tagebücher 1754
- Walter Kempowski
- Das Echolot – Kollektives Tagebuch
- Joseph Goebbels
- Tagebücher
- Thomas Mann
- Tagebücher
- Harry Graf Kessler
- Tagesalbum 1911
- Victoria Wittek
- Tagebuch und Tageskette 1996
- Dieter Riemann
- Tagebücher mit Fotos ab 1968
- Inken Helldorfer
- Elsa Seefahrt
- Andrea Diener
- Reisenotizen aus der Realität
Mein Eindruck

Der Besuch der Ausstellung lohnt sich. Sowohl der Literaturfreund als auch der moderne Tagebuchschreiber – Blogger – finden durchaus eine Menge Anregung zu eigenen Gedanken.
Die Organisatoren haben eine interessante und reichhaltige Mischung an Originaldokumenten zusammengetragen, der begnadete Beschauer musealer Exponate findet reichlich Augenfutter. Vor allem der Freund menschlicher Handschriften auf Papieren aller Art wird seine Freude haben. Auch an eine in lockerer Folge integrierte Reihe von Surf-Stationen zur eigenen Blogschau haben die Organisatoren gedacht.
Ich bin für solche Objektschauen generell eher weniger empfänglich bzw. zu ungeduldig – mir gab die Ausstellung aber genügend Raum und Anregung zu eigenem, reflektierenden Nachdenken über Tagebücher und das eigene Bloggen.

Diesem ganz persönlichen Gewinn zuträglich war sicher nicht zuletzt die ruhige, sachliche und sehr zurückhaltende Art der Präsentation. Die Ausstellung ist nicht allzu weitläufig und lädt zum mehrmaligen kontemplativen Herumschlendern ein. Hierbei sollte der Blick durchaus immer wieder auf dem in die Ausstellung einbezogenen Filzfliesen-Boden schweifen, denn jede einzelne Fliese trägt einen Tagebuch- bzw. Blogeintrag.
Auf den ersten Eindruck wirkt die Räumlichkeit arg abgedunkelt, dies erweist sich aber nach ganz kurzer Gewöhnungszeit als sehr angenehm. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt.
Eine kritische Anmerkung
Ich würde mir einige Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche wünschen, die zu einer etwas stärkeren Akzentuierung des Bloggens und des damit verbundenen Gemeinschaftsgedankens genutzt würden. Immerhin ist der je nach persönlicher Haltung zum Bloggen mehr oder minder stark empfundene Community-Gedanke (die Blogospähre) ein ganz neuer Aspekt der Kommunikation im Spannungsfeld zwischen Privatheit und Öffentlichkeit.


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