Phrasendrescherei
28. Februar 2008 – 8:38 Uhr
Eben im ZDF-Morgenmagazin – im zeitraubenden Interview-Versuch mit Andrea Ypsilanti – ist mir klar geworden, dass ich mich bei der hessischen Landtagswahl wohl mal wieder verwählt habe. Dass mir das immer wieder passieren muss, obwohl ich es doch besser weiß.
Ein solch geballtes unsägliches Geschwätz, solches Drumherum-Salbadern und unablässiges Ausweichen auf dämlichste parteipolitisch sprachgeregelte Leerphrasen habe ich lange nicht mehr gehört. Jemand, der nicht einmal »ich« auf Fragen zu den eigenen politischen Plänen sagen kann, sondern sich permanent – passiv distanzierend – mit »Andrea Ypsilanti« aus der konkreten Aussage herauswindet, ist für mich nicht mehr wählbar.
Von anderen namhaften Protagonisten in dieser hessischen Polit-Groteske will ich lieber ganz schweigen.
Es ist schlicht unglaublich, was man sich bieten lassen muss …

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Am 28. Februar 2008 um 10:59 Uhr
Ich habe die Sendung zwar nicht gesehen – bei mir hat die Glotze vor der Tagesschau kaum eine Chance – aber das beschriebene Verhalten kommt mir doch bekannt vor. Woher?
Aus den inzwischen schon klassisch gewordenen Antworten eines Loddamaddäus in den neunziger Jahren. Zeugte damals von tiefer Unsicherheit im Umgang mit Medien und dürfte bei der hessischen Spezialdemokratin heute nicht viel anders sein.
Am 28. Februar 2008 um 22:53 Uhr
Das kommt zu den – ich glaube fast – auswendig gelernten Phrasen noch hinzu und macht die ganze Aufführung nur noch lächerlicher.
Ein zuverlässiger Weg, Wähler zu vergraulen.
Am 29. Februar 2008 um 11:07 Uhr
Das Problem: wenn ich DAS als Kriterium ansetze (und ich gebe zu, ich neige auch dazu) – dann wüsste ich niemanden mehr, der in diesem Sinne wählbar wäre. Diese Politikerkaste will Ernst genommen werden und führt sich schlimmer auf als jede Kindergartengruppe (wobei letztere das dürfen), es ist nur noch ein einziges Trauerspiel und eine Demonstration von formalisiertem Dilettantismus auf dem Niveau der Sozialkompetenz von 4-jährigen.