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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Bad Monkeys

25. September 2007 – 14:41 Uhr

Matt Ruff: Bad Monkeys

Bad Monkeys sind hoffnungslos schlechte Menschen.

»Bad Monkeys« ist eine Abteilung einer geheimen Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, solche Menschen auzuspüren, zu überwachen und mit Hilfe ›natürlicher Todesursachen‹ zu beseitigen.

Jane Charlotte ist Mitglied der Abteilung »Bad Monkeys«, und sie wurde wegen Mordes verhaftet. Da sie der Polizei gegenüber eine offenbar wirre Geschichte angedeutet hat, sitzt sie im psychiatrischen Trakt des Untersuchungsgefängnisses. Was folgt, ist ein langes Gespräch zwischen ihr und dem nachforschenden Psychiater im »white room«, einem weitgehend leeren, in Weiß gehaltenen Verhörzimmer.

Die Geschichte der Jane Charlotte und ihrer Verwicklung in ›Arbeit‹ der Geheimorganisation entwickelt sich in kurzen, zwischengeschalteten Dialog-Kapiteln zwischen ihr und dem Psychiater und langen Erzählkapiteln aus ihrer persönlichen Sicht.

Bad Monkeys
Matt Ruff (New York 2007, HarperCollins)
ISBN 978-0-06-124041-6

Auf Buch wie Autor bin ich durch einen klugen Tipp des Literaturwelt-Blogs gestoßen, wo neben einer ausführlicheren Würdigung des Romans auch die drei weiteren bisher veröffentlichten Romane des Autors empfehlende Erwähnung finden. Ich danke an dieser Stelle ausdrücklich für diese Empfehlung zu ein paar wirklich sehr vergnüglichen und erhellenden Lesestunden.

Das Motto besagter Geheimorganisation ist ›OMNES MUNDUM FACIMUS‹ (›We all make the world‹) – aber ist das tatsächlich nicht viel mehr als bloß das Motto einer fiktiven Geheimorganistation eines Romans, der im Spannungsfeld zwischen psychologischer, sozialer und wissenschaftlicher Fiktion angesiedelt ist?

Oder anders gewendet: Ist das, was uns Jane Charlotte über ihr bisheriges Leben, ihre Rekrutierung für »Bad Monkeys« und ihre jetzige Tätigkeit für die Organistaion berichtet, wirklich die Wahrheit? Oder ist es doch eher die kunstvolle Lebenslüge einer Verliererin, die ihre Jugend in den Siebziger Jahren zwischen Drogenerfahrung und zerrütteten Familienbeziehungen verbracht hat?

Matt Ruff entspinnt eine flott und farbig erzählte Geschichte um eine liebenswürdig freche Protagonistin, die sehr überzeugend auftritt – und wir als Leser sitzen ihr förmlich an Stelle des Psychiaters gegenüber und wissen nie so recht, welchen Reim wir uns nun auf diese höchst seltsame Geschichte machen sollen: OMNES MUNDUM FACIMUS

Der Autor hält die Geschichte durch alle Wendungen hindurch gut zusammen und verwirrt uns ein ums andere Mal; lediglich gegen Ende überspannt er den Bogen meines Erachtens etwas und strapaziert die visuelle Vorstellungskraft des Lesers um einiges zu arg.

Creative Commons License
Dieser Inhalt (Textbeitrag und Fotos) ist unter einer Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND lizenziert.

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  1. dyingeyes weblog » Buch-Stock (28.9.2007)

4 Kommentare zu ›Bad Monkeys‹

  1. Nils

    Uuhh, cool: Matt Ruff mit neuem Buch! “Fool on the Hill” und “G.A.S.” habe ich mit großer Freude gelesen. Ich mag solche durchgeknallten Geschichten! :grin: Mit ” Ich und die anderen” ist er dann in die Psycho-Schublade gerutscht. Ich muss gestehen, dass ich das Buch bis jetzt immer noch nicht gelesen habe… :whistle:

    Eine Story, die hauptsächlich von zwei Menschen getragen wird, die in einem weißen Raum ein Gespräch führen… – Klingt irgendwie nach schwerer Kost!?

  2. Boris Stumpf

    Gar nicht! :grin:

    Es sind nur die kurzen »white room«-Kapitel, die tatsächlich aus Dialog bestehen: ungläubiger Arzt gegenüber forscher Erzählerin/Delinquentin.

    Der Rest ist komplett Jane Charlottes Erzählung. Sehr plastisch, lebhaft und überwiegend ironisch.

    Ganz das Gegenteil von schwerer Kost.

    Andere Romane von Ruff kenne ich noch nicht, habe nur gelesen, dass die Übersetzungen auch gelungen sein sollen. Ich weiß aber nicht, wann »Bad Monkeys« auf Deutsch erscheinen wird.

  3. molosovsky

    Molosovsky dankt für die Blumen (trotz meiner notischen Ehrenlegastheniker-Tippfehler) und ich freu mich freilich narrisch, einen weiteren Leser für Ruff begeistert zu haben. Hey, ich seh grad, dass Du auch ein Frankfurter bist. Lass uns doch mal die Stadt unsicher machen.
    Grüße und viel Spaß weiterhin beim Bloggen (uffpasse, der Bloggerblues geht ja derzeit um)
    Alex / molo

  4. Boris (Autor)

    Warum eigentlich nicht? ich bin öfter mal variabel z.B. für eine kleine Buchsichtung im Café unten im Hugli-di-Dubeli (den ich übrigens nicht unbedingt als so »böse« ansehe).

    Oder z.B. Samstags am Vormittag auf dem Konstablermarkt zum Frühstückssekt, was ich regelmäßig mit einem Freund pflege.

    Oder sonstwann mal am Abend ein Mini-Bloggermeeting, wobei ich nicht so der Kneipengänger und deswegen -Kenner bin.

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