Blogparade: TV-Erinnerungen
13. July 2007 – 12:02 Uhr
Und die nächste Blogparade rollt. Man kommt ja kaum zum Verschnaufen…
Die Milchjunkies fragen nach unseren liebsten TV-Erinnerungen.
Das finde ich mal schön. Wir können bloggend in Erinnerungen schwelgen und Altersvergleiche anstellen. Und uns fragen, ob Fernsehen damals wirklich besser war.
Zu meinen Lieblingen aus Kinder- und Jugendtagen zähle ich legendäre Samstags-Serien, die bei uns regelmäßig auf dem Schirm flimmerten – wenn sie sich nicht mit der Sportschau überschnitten. Westernserien wie »Bonanza« (ab 1967 im ZDF) (Bonanza, 1959-1973) und »Die Leute von der Shiloh-Ranch« (ab 1970) (The Virginian, 1962-1971). Natürlich »Rauchende Colts« (1967-1973, 73 Folgen) (Gunsmoke, 1955-1975, 635 Folgen!) nicht zu vergessen, mit dem sympathisch-grimmigen Marshal Matt Dillon (und Festus. Und Miss Kitty.)
Ebenfalls nicht vom Samstagnachmittags-Familienbildschirm wegzudenken war »Daktari« (ab 1969) (Daktari, 1966-1969). Neben Bernhard Grzimeks »Ein Herz für Tiere« war das mein erster Fernseh-Blick über den Horizont in die faszinierenden Weiten Afrikas.
Meine ersten Erfahrungen mit den Naturwissenschaften und auch der Raumfahrt sind eng verbunden mit den populärwissenschaftlichen Sendungen und Sendereihen von Heinz Haber und später ganz besonders Hoimar von Ditfurth (u.a. »Querschnitte«, 1971-1983).
Noch mal zurück zu TV-Serien:
Am Beginn meiner Jugend zogen erste Science-Fiction-Silberstreifen an meinem Fernsehhorizont auf: Bis heute in allerbester und nachhaltiger Erinnerung die Abenteuer des »Raumschiff Enterprise« mit seiner vierhundert Mann starken Besatzung… (ab 1972) (Star Trek, 1966-1969).
Aber auch die eine oder andere Serie, die durchaus eher auf Erwachsene zugeschnitten war, wie »UFO« (1970-1973), sind mir fest in Erinnerung geblieben. Es begann die Zeit der Jugend, wo ich mit Erlaubnis und im Beisein der Eltern ausnahmsweise auch schon ab und zu mal die etwas ›härteren‹ Filme und Serien am späteren Abend schauen durfte. Von UFO habe ich, glaube ich, ausnahmsweise sogar alle Folgen gesehen…
Es gelangten die ersten Krimiserien in mein Blickfeld. Bis heute in sehr guter Erinnerung ist mir allen voran »Die Straßen von San Francisco« (ab 1974) (The Streets of San Francisco, 1972-1977) geblieben. Und natürlich darf ich »Mit Schirm, Charme und Melone« (The Avengers, 1961-1969) nicht vergessen. Darüber hinaus bin ich ziemlich sicher, wirklich alle Folgen des »Kommissars« (1969-1976) gesehen zu haben.
Was gab es noch an TV-Ereignissen, die sich eingeprägt haben und bis heute in der Erinnerung lebendig geblieben sind?
»Beat-Club« (1965-1972), »Disco« (1971-1982).
»Das Blaue Palais« (Rainer Erler, 1974 und 1976). Ein sehr engagierter und anspruchsvoller Fünfteiler über Fragen von Ethik und Verantwortung in Wissenschaft und (Wissenschafts-) Politik. Aufwändig produziertes ›Premium-Fernsehen‹, wie es das heute kaum noch gibt.
Live-Tennis-Matches von Björn Borg in Paris und Wimbledon und die Fußball-Weltmeisterschaft 1974.
Das für mich prägendste TV-Ereignis meiner Kindheit aber war sicher die Nacht der Live-Übertragung der ersten Landung auf dem Mond, von Apollo 11, am 20. Juli 1969.
Und nun?
War Fernsehen damals besser?
Nein. Im Grunde nicht. Vielleicht ein bisschen. Es war anders. Es streckte noch seine Fühler aus, suchte und fand Möglichkeiten. Es experimentierte und hatte einen Anspruch. Es stellte durchaus auch Ansprüche. Aber es war immer Unterhaltung und wollte das auch vorrangig sein. Vielleicht nahm man den Bildungsauftrag noch ernster – heute sieht man dagegen eher den kahlschlagenden Versuch der ›Bildung‹ von reklamegenährten Konsumenten. Fernsehen war und ist Spiegel seiner Zeit, und Programm-Zeit ist heute eben eine rein wirtschaftliche Größe, gleichbedeutend mit Geld.
Heute haben wir viel mehr Programme und viel mehr Programm in den Programmen, aber nicht die versprochene größere Vielfalt. Wir haben nur viel mehr vom Selben – was eine rein quantitative Angelegenheit ist und rein gar nichts mit Qualität zu tun hat.
(Aufmerksam geworden durch Yoda’s Blog…)

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