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dyingeyes weblog: das persönliche Weblog von Boris Stumpf aus Frankfurt am Main

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Monatsarchiv für Februar 2007

Main-Derby

Tuesday, den 27. Februar 2007

Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt

Ein alter Klassiker. Ich erinnere mich noch an alte Bundesliga-Zeiten meiner Jugend, wo die »gepflegte« Rivalität zwischen beiden Vereinen von Häme und Verhöhnung geprägt war. Man erwartete die Offenbacher (zu Fuß, denn Auto fahren konnten sie ja nicht…) im Waldstadion, damit sie sich dort ihre verdiente »Packung« abholten.

Ich schätze, dass das im Rahmen von Fußball-Nachbarschaften völlig normal war und heute noch ist. Im speziellen Fall der Rivalität am Main vermutet man jedoch einen tief sitzenden Stachel bei den Kickers, weil sie sich gegenüber Eintracht Frankfurt bei der Gründung der Bundesliga 1963 klar benachteiligt gefühlt hatten. Was mir durchaus nachvollziehbar erscheint.

Heute begegnen sich beide Mannschaften im Viertelfinale des DFB-Pokals – und im Pokal ist bekanntlich alles möglich. Was meist soviel bedeutet, dass Überraschungen zugunsten »kleiner« Mannschaften möglich erscheinen, weil die »Großen« den Pokal in oft nicht sonderlich ernst nehmen.

Kickers Offenbach : Eintracht Frankfurt 0 : 3

11. Minute: 0 : 1 (Fink)
61. Minute: 0 : 2 (Takahara)
72. Minute: 0 : 3 (Takahara)

Fertig. Eintracht Frankfurt im Halbfinale. Spätestens nach dem zweiten Tor der Frankfurter ging von den Offenbachern leider keinerlei Gefahr mehr aus. Die letzte halbe Stunde war ein geruhsames Nach-Hause-Schaukeln der Eintracht mit gelegentlichen Offensivaktionen. Im Grunde souverän, ohne viel Kraft zu vergeuden, die für die schwierige Aufgabe des Klassenerhalts in der Bundesliga dringend benötigt wird.

Ich huste euch mal was

Friday, den 23. Februar 2007

Ein Erkältungshusten (Art: Letaler Männerhusten) wird spätestens dann wirklich lästig, wenn man nach jeder Hustenattacke das Gefühl hat, die unteren Spitzen beider Lungenflügel manuell wieder durch die Luftröhre zurück an ihren angestammten Platz schieben zu müssen.

Und der Schnupfen-Teil wird noch folgen, befürchte ich… :sadsad:

Sprach-Bausteine

Sunday, den 18. Februar 2007

Es gibt sie in der gesprochenen – berichtenden – genau wie in der geschriebenen Sprache: vorgefertigte Bausteine, die bei entsprechenden Nachrichten-Gelegenheiten verwendet werden und bei denen jeweils bloß bestimmte Variablen mit Werten gefüllt werden. Dadurch erhalten Nachrichten zumindest in meinen Ohren so etwas bedeutungsbefreit Klassifiziertes, Standardisiertes.

Unfallberichte:
Unfall, Ort, Zeit, …wurden X [Personengruppe] verletzt, Y davon schwer
Katastrophale Ereignisse:
Ereignistyp, Ort, Zeit, …entstand ein Sachschaden in Höhe von X [Währung]

Ihre zweifelhafte Bedeutung erhalten solche im Grunde völlig marginalen Randinformationen letzten Endes genau dadurch, dass sich der immaterielle Wert – die erzeugte Betroffenheitsgröße – lediglich nach der derart sprachlich standardisierten blanken Zahlenangabe bemisst.

BtW: Gehe ich recht in der Annahme (Ha, welches Schweinderl hättens denn gern?), dass Verletzte des Typs »schwer« sich wie folgt bemessen:

»mussten ins Krankenhaus gebracht werden und liegen zur Zeit noch dort«?

Und fällt das alles in die Rubrik »Gezähltes Leid ist halbes Leid«?
Was heutzutage ja wohl eher heißen müsste: »Gezähltes Leid ist geiles Leid«

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