Überlegungen zum Tagging
15. August 2006 – 10:52 Uhr
In der Magerfettstufe werden jetzt auch Tags zur feineren Verschlagwortung verwendet. Nils nutzt ein WordPress-Plugin, welches die vergebenen Tags direkt auf die Blog-Suchmaschine (den Blog-Indexer) Technorati verlinkt, so dass man als Leser von seinem Blogartikel unmittelbaren Zugang zum weltweiten Kosmos von Artikeln zum gleichen Schlagwort erhält.
Ich möchte das Thema hier also nochmals aufgreifen, da ich es nach wie vor für sehr interessant und diskutierenswert halte, und Zweierlei anmerken:
1. Wohin verlinken?
Ich verwende ein anderes Plugin (Jerome’s Keywords), das die Schlagwörter nicht in Richtung Technorati verlinkt, sondern in Richtung eigenes Blog und damit auch eine bloginterne »Tag-Wolke« aufbaut. Zudem baut es diese Tags in den Atom-Feed ein. Den wiederum holt sich der Technorati-Spider schön brav ab und indiziert die darin gefundenen Tags.
Ich hielte eine Lösung für interessant, welche die Schlagwörter quasi doppelt verlinkt: ins eigene Blog und nach Technorati. Also vielleicht in der Form: Blog-Link (T)
Oder so ähnlich. Ich sollte mal schauen, ob ich etwas derartiges nachträglich irgendwie manuell einbauen kann…
2. Die Schlagwort-Auswahl
Spätestens an diesem Punkt sollte jedem klar werden, dass ›Tagging‹ kein billig zu habendes beiläufiges Vergnügen ist, sondern eine durchaus anspruchsvolle Angelegenheit. Nils weist auf die Problematik hin, herauszufinden, inwiefern sich bei bestimmten Begrifflichkeiten schon Konventionen herausgebildet haben könnten – von der Vielsprachigkeit des Internet einmal ganz abgesehen.
Verwende ich also (wie unten) das Schlagwort »Web 2.0« oder hat sich vielleicht schon so etwas wie »Web20« eingebürgert?
›Tagge‹ ich »Soziale Software« oder »Social Software«?
Werden allgemein bei bekannten Personennamen die vollen Namen als Tags verwendet (wie ich es tue) oder bloß die Nachnamen?
Ich rate bei solchen Fragen, einfach mal kurz vor dem Abschließen eines Blogartikels die ausgewählten Schlagwörter in verschiedenen Varianten bei Technorati nachzuschlagen, um zu sehen, ob sich ein gewisser konventioneller Trend erkennen lässt.
Und ich rate auch ganz bewusst zu einer sprachpolitischen Haltung, dort deutsche Begrifflichkeiten zu verwenden, wo keine Namens-konventionelle Notwendigkeit zur Verwendung englischer Begriffe besteht. Ich bevorzuge also z.B. klar »Soziale Software« vor »Social Software«.
Und schließlich
Da Sascha Carlin gestern ganz mirakulös von Feddisch! schrieb und sich womöglich auf seine Diplomarbeit bezog, steht uns Tagging-Interessierten wohl demnächst interessante wissenschaftliche Lektüre zum Thema ins Haus…

Dieser Inhalt (Textbeitrag und Fotos) ist unter einer Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND lizenziert.


Am 15. August 2006 um 12:39 Uhr
Das mit der Namensgebung ist in der Tat ein großes Problem. Auch rausfinden ob man nicht schon ein ähnliches Tag verwendet hat, welches nur leicht anders geschrieben wurde. (Lässt sich mit Ajax komfortabel lösen, fehlt aber afaik in den großen Tag-Plugins)
Aber ein Tipp: Verwende keine Leerzeichen in den Tags. Manche Dienste/ Plugins trennen Tags durch leerzeichen und da gibt es dann unter Umständen Probleme.
Am 15. August 2006 um 13:20 Uhr
ich nutze mittlerweile meine kategorien als tags, weil ich es beides zusammen für überflüssig halte. klar, man kann die tags als verfeinerung der kategorien ansehen, aber wieso dann nicht gleich verfeinern?
aber selbst ohne mich in irgendeiner weise für technorati, etc. zu interessieren, finde ich es oft ziemlich schwer den passenden tag auszuwählen. oft kommen überlegungen auf wie “hab ich da nicht schon mal was zu geschrieben? hmm, was hab ich denn damals für tags genommen? und was hatte ich mir eigentlich mit dem tag abc überlegt?”.
deshalb ist es, zumindest bei mir, oft doch eher willkürlich.
Am 15. August 2006 um 18:20 Uhr
@Pablo: Ich habe mir die PHP-Anweisungen (von Jerome’s Keywords), mit denen man die Tag-Wolke erzeugt, in die /wp-admin/edit-form-advanced.php unter die Artikel-Textarea eingebaut. So kann ich beim Schreiben eines neuen Artikels gleich per einfachem Nachgucken schauen, welche Tags es schon gibt und welche eventuell passen.
Leerzeichen fuktionieren sowohl bei meinem Plugin als auch zumindest bei Technorati.
@kiesow: Ich hatte anfangs auch überlegt, die Kategorien abzuschaffen. Aber das hätte einen massiven Eingriff in die »gewachsene« Permalinkstruktur bedeutet.
Und andererseits habe ich so ja eine an der Oberfläche sofort sichtbare Grob-Unterteilung, die nicht ganz sinnlos ist. Und schließlich verwertet Technorati via Atom-Feed die jeweils zugeordnete(n) Kategorie(n) wie Tags, also auf gleicher Ebene.
Am 21. August 2006 um 11:42 Uhr
Soweit ich weiß kann Ultimate Tag Warrior sowas. Jerome’s Keywords sind halt einfacher zu handhaben …
Am 21. August 2006 um 15:37 Uhr
Wie ich gerade so nachdenke (und mir die Quellcode-Zeile bildlich vorstelle…), sollte das mit ein klein wenig Handarbeit auch bei Verwendung von Jerome’s Keywords problemlos machbar sein.