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Semantisches Markup: Übergeneralisierung

24. January 2006 – 13:55 Uhr

Björn Seibert befasst sich mit einem merkwürdigen Phänomen, welches in der Diskussion um standardkonformes und barrierefreies Webdesign mitunter zu beobachten ist. Man könnte es mit dem Begriff »Übergeneralisierung« (aus der Linguistik) umschreiben.

Der diskutierte Ansatz will völlig auf den Einsatz von »div«-Elementen verzichten, da sie keinerlei semantische Relevanz hätten und insofern dem Einsatz für Barrierearmut respektive Zugänglichkeit und Usability im Wege stünden.

Die Übergeneralisierung besteht nun einfach darin, einen Aspekt des Anspruches – die semantische Relevanz inhaltlich strukturierender Elemente eines HTML-Dokumentes – auf die gesamte Struktur eines solchen Dokumentes anzuwenden.

Das ist im Grunde aber völlig unangemessen, gerade auch unter Aspekten der Barrierearmut und Zugänglichkeit und Usability!

Denn »div«-Elemente dienen tatsächlich als »Bereichs-Container« der visuellen Struktur eines Dokuments, mithin der Präsentation (presentation) desselben und sind vorrangig zur Aufnahme gestalterischer Maßnahmen mit Hilfe von Cascading Stylesheets (CSS) vorgesehen.

Sie sind, auch wenn der Vergleich etwas holprig erscheint, durchaus mit den Einstellungsmitteln für die Seiteneinteilung bei gedruckten Dokumenten vergleichbar, wie z.B. der Festlegung der Spalteneinteilung, der Seitenränder, der Kopf- und Fußbereiche und anderes mehr.

Gerade die »div«-Elemente sind als vernünftige Errungenschaft in der Entwicklung (und den Standard-Definitionen) von HTML/CSS anzusehen, denn sie sind es, die verhindern sollen, dass semantische Elemente zur Erzeugung der inhaltlichen Struktur eines Dokuments zu präsentationalen Zwecken mißbraucht werden.

Es ist aber andererseits natürlich zu beachten, Komponenten der Darstellung und Gestaltung nicht überzustrapazieren und verschachtelte »DIV-Wüsten« zu erzeugen – und damit quasi auf dem standardkonformen Umweg in alte Unsitten der Art »Wer kann Layouttabellen am tiefsten verschachteln?« zurückzufallen.

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3 Kommentare zu ›Semantisches Markup: Übergeneralisierung‹

  1. SilentWarrior

    Ich finde diese Entwicklung höchst bedenklich – sie stiftet unter den »Neuen« nur noch mehr Verwirrung – auf der einen Seite diejenigen, die sagen, man solle keine Tabellen mehr verwenden und stattdessen für die gestalterische Aufbereitung einer Website (bspw. in Spalten) Divs verwenden, auf der anderen Seite irgendwelche (meiner Meinung nach) seltsamen Spinner, die behaupten, Divs seien böse und dürften nicht mehr verwendet werden.

  2. Björn Seibert

    sie stiftet unter den »Neuen« nur noch mehr Verwirrung

    Darin sehe ich auch eine große Gefahr, weshalb ich den Artikel des Anstoßes nicht verlinkt habe.

  3. serotonic

    Ein im höchsten Maße bedenklicher Ansatz, der in mir das Wort „Verhältnismäßigkeit“ in meterhohen, knallroten Neonbuchstaben erzeugt. Wird viel zu oft aus den Augen verloren, dieses doch so wunderbare Wort mit so hilfreicher Bedeutung.

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Zuletzt Kommentiert:

  • Anne am 16.8.2010:
    Hi Boris, Da denke ich dann auch gerne mal an Klaus Kinskiy mit “Von wem ich mich beleidigen...
  • Pepino am 5.8.2010:
    In der Tat, das finde ich sogar sehr beruhigend! PS: Danke für’s erwähnen und für’s...
  • zungenwerk am 21.6.2010:
    …..höchste zeit jemanden zu suchen, der dir auf die harley hilft…..
  • Andi am 20.6.2010:
    Tja, es ist gar nicht mehr so einfach ein Handy zu finden, mit dem man nur telefonieren...
  • Mario H. am 16.6.2010:
    Ach was, das ist viel zu unsicher. Bloß nirgendwo notieren – am besten gleich vergessen.
  • Anne am 14.6.2010:
    Ach weißt Du, Das ist immer derselbe Mist mit den Verkäufern (gerade von Mobiltelefonen), die...

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