Die Klowand, zum Dritten
23. Januar 2006 – 21:55 Uhr
Der Herr Werber, der mit seiner – als rein intern beabsichtigten – Meinungsäußerung zu Bloggern im Allgemeinen und zur Journaille einer bestimmten Gruppe eine rechte Lawine der Empörung und des Hohnes und Spottes losgetreten hat, hat sich persönlich gegenüber einigen maßgeblich beteiligten Bloggern und ansonsten öffentlich entschuldigend zur Sachlage geäußert. (Ich verlinke auf den Artikel von Jens Scholz, da m.W. hier die ganze Sache ihren Ausgang genommen hat)
Die durchaus längere Erörterung ist in jedem Falle lesenswert und ich sehe keinen Grund, sie nicht als ehrliches Statement anzusehen. Immerhin stammt sie von jemandem, der offensichtlich um die Wirkung von Äußerungen in der Öffentlichkeit weiß. Dies ist Teil seiner täglichen Arbeit.
Ebenfalls lesenswert ist das Statement von Jens Scholz hierzu — und dass ich vor allen Dingen hinsichtlich seiner abschließenden Außerung nichts weiter hinzuzufügen brauche, erscheint mir nachvollziehbar, da ich mich zu Zweck und Inhalt der zugrunde liegenden Werbekampagne an anderer Stelle klar geäußert habe. Wie dem auch sei…
Möglicherweise ist die ganze Angelegenheit genau richtig abgelaufen. Auch wenn sie noch nicht ganz die Schwelle zur breiten, allgemeinen medialen Öffentlichkeit überschritten hat, so zeigt sich doch, dass sich in Deutschland inzwischen eine weitgehend persönlich motivierte Informations- und Meinungsschicht zu etablieren beginnt, jenseits eines alltäglichen medialen Informationsgeschäfts, dessen Motive nicht mehr immer klar nachvollziehbar sind.
Mir scheint, dass die Bloggerszene in Deutschland dabei ist, einen angemessenen öffentlichen Platz zu besetzen, der nicht mehr einfach ignoriert werden kann. Mit persönlichen Ansichten, persönlichen Erlebnissen, aber auch mit klaren Statements zu Ereignissen, die manchmal keinen anderen öffentlichen Ausdruck mehr finden können. Und da Blogger meist keine Berufsjournalisten sind und Blogs keine Zeitungen, darf diese Öffentlichkeit ohne Zweifel polemisch, zynisch, sarkastisch und auch belanglos sein. Darf sich persönlich angegriffen fühlen und bei Bedarf auch mit Hohn und Spott reagieren. Wie sagt es in etwa eine bekannte Werbebotschaft: »Nutzt die Möglichkeiten!«
Anderorts sind Weblogs verboten oder werden zensiert, Blogger staatlich verfolgt (-1- -2- -3- u.v.a.m.), und ich habe das irritierende Gefühl, dass solcherart Maßnahmen auch hierzulande manchen Protagonisten der Politik nicht gänzlich unsympatisch sind.
Wir haben hier den angelegentlich des Themas häufig zitierten Artikel 5GG nebst (!) Zusatzbestimmungen, ich schätze einmal, die Schweizer haben Vergleichbares. Und selbstverständlich weiß das auch Herr J-R. von Matt, gar keine Frage. Aber es ist trotz dieser Offensichtlichkeit ganz gut, dass diese Gegebenheit immer wieder einmal ans Licht der Öffentlichkeit gelangt, denn es scheint mir, dass die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit, welche die Weblogszene erringt, einigen Leuten im Lande unangenehm aufzustoßen beginnt. …
Aber das führt mir hier jetzt zu weit vom engeren Thema.
Interessante Statements zur Sache fand ich u.a. bei(m):
Alles Roger
Handelsblatt-Blog
sagichdoch!
…und in den jeweiligen Kommentar-Diskussionen.

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Am 24. Januar 2006 um 20:15 Uhr
Betr.: Unser aller Jean-Remy von Matt, oder “Remy-Demy vom Mattsch inne Birne”.
Ich finde dem Mann wird entschieden zu viel der Ehre angetan, wenn man sich mit seinen Ergüssen ernsthaft auseinandersetzt.
Wie kann man jemanden ernst nehmen, der verantwortlich ist für diese neoliberale, menschenverachtende DbD-Kampagne und anschließend dreist und verlogen genug ist zu behaupten er sei noch immer ergriffen wenn er sich diese Spots ansieht?
Die einzige Ebene auf der man sich mit ihm auseinandersetzen könnte ist seine eigene, eben diese:
Jean Remy von Matt (Remy-Demy vom Mattsch inne Birne) Brief an die Mutter
Nachzulesen auf http://Fettisch.de – voll Fettisch!