Don’t blog!
19. Oktober 2005 – 19:47 Uhr
Nach Jakob Nielsens neuerlichen Webdesign-Top-10 – worüber ich mich andernorts ausließ – liegen nun seine Top Ten Design Mistakes in Sachen Weblog Usability vor.
Manches davon ist sicher nachvollziehbar und kann bedenkenlos unterschrieben, respektive weiterempfohlen werden, manches scheint eher der stärkeren Berufs-Orientierung amerikanischer Blogger (so?) angemessen zu sein. Wie dem auch sei, lest selbst. Ich sehe eigentlich keinen wirklich nenneswerten Grund zum Meckern. Nichtsdestotrotz (huahhh… selbst die schärfste Sprachreform wird dieses Ungetüm nicht annihilieren können…) hat es wohl schon eine etwas mopsige Diskussion (guckstu Kommentare) um ewiges Blogger-Genörgel… kein gutes Haar lassen und so weiter.
Ich mopse diesmal nicht.
Oder doch. An einem Punkt muss ich mopsen:
»9. Forgetting That You Write for Your Future Boss«
Meint, dass man sich angesichts der nicht überschaubaren Beständigkeit aller Information im Internet wohl überlegen soll, ob man sich frank und frei äußert, wie einem Überzeugung, Meinung und Schnabel gewachsen sind. Ein potenzieller zukünftiger Arbeitgeber könnte es lesen…
Klar. Könnte er. Lasst mich das jetzt mal scharf zuspitzen:
Überlege dir, ob du authentisch sein willst in der Weise, wie du dich und worüber du dich öffentlich äußerst. In wie weit du deiner klaren Haltung offen Ausdruck verleihst – und dazu stehst, weil deine Haltung Teil deines Bildes von dir selbst ist.
Oder sei Opportunist! Überlege dir, ob du die Äußerungen deiner Ansichten und Überzeugungen deiner Wohlgefälligkeit Dritten gegenüber unterwerfen willst. Dritten, die dir anschließend womöglich nicht mehr wohlgesonnen sein könnten.
Opportunismus und Authentizität sind nicht vereinbar.
»Forgetting That You Write for Your Future Boss«
Ok, vielleicht ist es ja nicht der Chef, sondern nur der/die zukünftige Freund/Freundin? Oder dessen/deren Eltern. Na, es könnte auch der Taxifahrer sein, den du demnächst vielleicht mal brauchst. Oder die politisch Radikalen, über deren Gesinnung du dich ausgelassen hast. Wohnt nicht einer von denen schräg gegenüber? Vielleicht hast du ein paar Auslassungen über Muckibuden-Primitivlinge geschrieben? War da nicht dort, wo du immer dein Auto parkst, so eine Bude? Wenn jetzt einer von denen dein Blog… nein, die doch nicht. Hahaha. (Zack, schon wieder eine dicke Lippe riskiert…)
Kam die Botschaft rüber?
Hör’ auf zu bloggen! Jemand könnte es lesen und sich ein Bild von dir machen, welches ihm nicht gefällt – und dir dies zum Nachteil auslegen!
Via Alp Uçkan.

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