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Alias – oder: Dummes Fernsehen

31. Mai 2005 – 22:48 Uhr

Während die Serie im Heimatland USA gerade die vierte Staffel abgeschlossen hat und die fünfte Staffel bevorsteht, gucken wir deutschen Zuschauer weiterhin in die Röhre.

Und was wir dort sehen, ist überwiegend gesichtslose dünne Quotensuppe.

Pro7 hat wohl entschieden, sich nicht zu entscheiden, bzw. den irgenwann einmal avisierten Termin für die dritte Staffel Alias auf St. Nimmerlein zu verschieben. Stattdessen hat man eine Reihe anderer »Serien-Sensationen aus den USA« ins Programm genommen, die allesamt wohl eher quotig dümpeln denn abräumen. Ich will mich da gar nicht nur an Alias aufhängen, mir fällt es angesichts dieser Serie nur mal wieder auf…

Das Prozedere, nach dem Privatsender offenbar ihre Programmplanung abwickeln, scheint rein und ausschließlich nach dem Muster zu funktionieren:

  1. Einkaufen, was als verheißungsvoller Quotenbringer auf dem US-Markt teuer zu finden ist
  2. Monatelang per Trailer-Bombardement erst freudige Erwartung, dann entnervtes Daumendrehen erzeugen
  3. Die Serie auf einen Sendeplatz nageln, auf dem die lästige Konkurrenz ihre Quotenbringer laufen hat (damit man garantiert einen Teil der Zuschauer nicht erreicht, die eigentlich beide Programme sehen wollen)
  4. Hausintern ein Quotenziel definieren und nach zwei bis drei Wochen feststellen, dass es bisher nicht erreicht wird
  5. Die Serie auf einen anderen unpassenden Sendeplatz verlagern oder aus dem Programm werfen
  6. Weiter mit Punkt 1…

Schaut man sich diese Sender dann einmal genauer an, stellt man fest, dass die ungebändigte Ausrichtung auf die bloßen Einschaltquoten für eine Sache ganz sicher sorgen:

Für eine völlige Freiheit von jedweder Sender-Identität – denn es besteht eben ein fundamentaler Unterschied zwischen dem, was man als Programm machen will, so man überhaupt etwas inhaltlich will, und dem, was als bloß kaufmännisch »kalkuliertes« Programm eher bewusstlos entsteht, weil es sich als zielgruppengerechter Teaser zwischen den Werbeblöcken »rechnet«.

Immerhin hat das aber auch etwas für sich. Man erwartet als Zuschauer im Grunde gar nichts mehr, und so etwas wie eine »Kundenbindung« entwickelt man auch nicht. Da zappt es sich um so leichter weg, wenn’s mit dem Werbegebimmel gar zu blöde wird.

Siehe zu Alias u.a. bei:
TV-Serien auf DVD
TREKNews

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Dieser Inhalt (Textbeitrag und Fotos) ist unter einer Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND lizenziert.

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